Drei Farben sollen Sicherheit bei der Biathlon-WM in Obertilliach schaffen

Am 27. Februar beginnt in Obertilliach die Junioren-Biathlon-WM. Das Corona-Konzept beruht auf Gruppentrennung und Rot, Gelb und Blau.

Viele Jugend- und Juniorenteams sind bereits in Obertilliach, um sich auf die WM vorzubereiten. Während des Bewerbs gehören sie zur Gruppe „Rot“.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Obertilliach – Schon einmal hat Obertilliach in seinem Biathlonzentrum eine Weltmeisterschaft für Jugend und Junioren veranstaltet. Das war 2013. Doch wenn heuer am 27. Februar der Startschuss zu den Bewerben mit Langlaufen und Schießen fällt, ist Corona-bedingt vieles anders. Sicherheit hat Vorrang. Immerhin sind 40 Nationen vertreten, angefangen von Brasilien oder Neuseeland mit je einem Sportler bis hin zu Russland oder Tschechien, die jeweils 20 Sportlerinnen und Sportler plus 20 Betreuungspersonen nach Osttirol entsenden. In Summe ergibt das über 800 Gäste.

„Etliche Teams sind schon angereist und bereiten sich auf die Bewerbe vor“, schildert Matthias Scherer, Geschäftsführer des Biathlonzentrums und Bürgermeister von Obertilliach. Bis zum 7. März wird die kleine Gemeinde das Zentrum der jungen Biathlon-Generation sein.

Keine Berührungspunkte zwischen den Gruppen

Damit das Coronavirus trotzdem in Schach gehalten werden kann, ist viel Aufwand nötig. Otto Trauner befasst sich als Covid-Beauftragter mit dem Sicherheitskonzept, das in Abstimmung mit der Internationalen Biathlon-Union und dem ÖSV erstellt wurde. Dabei spielen die Farben Rot, Gelb und Blau eine wichtige Rolle.

„Zur Gruppe Rot gehören alle Athleten, Betreuer, Zeitrichter oder die Doping-Kontrollore“, erklärt Trauner. „Die Gruppe Gelb umfasst alle Medienvertreter. Und Blau, das sind die Helferinnen und Helfer wie zum Beispiel Streckenposten, der Rettungsdienst, die Verantwortlichen für die Verpflegung und so weiter.“ Das Um und Auf dieses Systems ist eine strikte Farbentrennung. So haben die „Roten“ ihren eigenen Parkplatz, einen eigenen Korridor hin zur Sportstätte, die Essensausgabe ist separat, sogar die Sanitärräume sind strikt separiert. Gleiches gilt für Gelb und Blau. „Es darf keine Berührungspunkte zwischen den einzelnen Gruppen geben“, sagt Otto Trauner.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper
Auch am Schießstand herrscht schon reger Betrieb.
© Catharina Oblasser

In den Unterkünften der Gäste wird noch strenger getrennt. Es gilt: nur eine Nation pro Stockwerk, jedes Hotel muss ein eigenes Quarantänezimmer vorbereitet haben, falls es einen Verdacht auf Infektionen gibt. Da sich wegen Corona keine Touristen in Obertilliach aufhalten, lässt sich das recht gut einrichten.

Kein Publikum

Ständiges Testen und die allgegenwärtige Maske gehören zum Alltag, und ohne PCR-Test darf das Stadion gar nicht erst betreten werden. Auch die Einheimischen im Tal können, so oft sie wollen, einen PCR-Tests machen, sagt Bürgermeister Scherer. „Das läuft ab dem 23. Februar im Kultursaal Obertilliach.“

Sportlich ist somit alles geregelt. Emotional müssen sich die jungen Biathletinnen und Biathleten aber damit abfinden, dass weder Eltern noch Geschwister oder Freunde sie umarmen oder ihnen zujubeln können. Denn Publikum wird es Corona-bedingt bei der Weltmeisterschaft in Obertilliach nicht geben.


Kommentieren


Schlagworte