Wiener Praterstern erhält Grünflächen und Wasserspiele

Der Wiener Praterstern - also der Vorplatz vor dem gleichnamigen Bahnhof - soll freundlicher werden. Der aktuell wenig einladende Verkehrsknotenpunkt wird mit Grünflächen, zusätzlichen Bäumen und Wasserspielen ausgestattet. Versprochen wird eine „coole Aufenthaltsoase“. Baubeginn ist im Herbst 2021, die Fertigstellung soll bis Sommer 2022 erfolgen, wie Planungsstadträtin Ulli Sima und Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) am Freitag erläuterten.

Wenn in Wien ein Synonym für einen eher trostlosen Platz mit bescheidener Aufenthaltsqualität gesucht wird, fällt rasch der Name Praterstern. Zwar zeichnet sich der Bahnhof selbst seit mehr als zehn Jahren durch ein modernes Ambiente aus, das Umfeld selbst gilt aber weiter als sozialer Brennpunkt. Für teils heftige Debatten sorgte etwa das Alkoholverbot, das dort 2018 eingeführt wurde. Der Vorplatz hin zur Praterstraße - der vom eindrucksvollen Denkmal für den K.u.k-Marinekommandanten Wilhelm von Tegetthoff dominiert wird - gilt ohnehin als Örtlichkeit, wo man bestenfalls in Bus oder Straßenbahn umsteigt.

Das soll sich in absehbarer Zeit ändern. Die Verkehrsfläche an sich wird zwar nicht reduziert, der Grünraum und die Anzahl der Bäume sollen aber auf fast 8.000 Quadratmeter Fläche bzw. fast 120 Exemplare in etwa verdoppelt werden. Der Platz wird von einem Ring aus 2,5 Meter breiten, leicht erhöhten Pflanzenbeeten eingefasst werden. Sträucher sollen den Autoverkehr zumindest optisch reduzieren. Angekündigt wurde auch ein Wasserspiel, das an Hitzetagen Abkühlung bringen soll.

Sogar Sitzgelegenheiten bei den Bäumen sind vorgesehen, wie Sima betonte. Es handelt sich dabei um Betoneinfassungen mit Sitzschalen, die die elliptischen Form des Pratersterns nachahmen - wodurch sie auch auf den Namen „Pratoide“ getauft wurden. Die derzeit auf der Fläche stehende Rankgitter für Pflanzen werden entfernt. Die ringförmige Stahlpergola muss nicht mehr weichen, denn sie wurde bereits im Sommer abgebaut. Die Gesamtkosten für das Projekt wurden mit 7,2 Mio. Euro veranschlagt.

ÖBB-Infrastrukturvorständin Silvia Angelo zeigte sich überzeugt, dass der künftig viel hellere Eindruck des Areals auch das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern werde. Auch Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) sah einen großen Gewinn für den Bezirk durch das „Facelifting“ des Pratersterns. Auf diesem entsteht derzeit mittels Zubau auch eine neue Polizeistation sowie ein Restaurant. Die Eröffnung des vegetarischen Lokals mit dem Namen „Habs Gut“ im Bereich der früheren Polizeidienststelle soll im Herbst 2021 erfolgen.

Noch keine neue Entwicklung gibt es hinsichtlich der vom Praterstern Richtung City führenden Praterstraße. Die frühere Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) hat bereits im vergangenen Herbst Ideen für den Umbau präsentiert. Diese wurden jedoch nach der Wahl - der auch im Bezirk einen Wechsel von Grün auf Rot brachte - auf Eis gelegt. Nun läuft die Neuplanung, wie Sima und Bezirkschef Nikolai heute berichteten. Ziemlich sicher ist dabei nur, dass der Radweg verbreitert wird, hieß es heute.

Zu Punkten wie der in den Hebein-Plänen vorgesehen teilweise Wegfall einer Fahrspur oder auch Tempo 30 gibt es hingegen noch keine Entscheidung, wurde betont. Auch der Zeitplan ist noch offen.


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