Österreicher Pertl führt sensationell im WM-Slalom

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Der Österreicher Adrian Pertl liegt bei der Alpinski-WM in Cortina d‘Ampezo überraschend nach dem ersten Durchgang des abschließenden Herrenslaloms voran. Der Kärntner führt 0,14 Sekunden vor dem Südtiroler Alex Vinatzer, der mit Startnummer 17 ebenso unerwartet auf Platz zwei fuhr. Dritter ist der Norweger Sebastian Voss-Solevaag (+0,16) vor Kristoffer Jakobsen (SWE). Marco Schwarz hat als Achter und zweitbester Österreicher 0,57 Sek. Rückstand.

Vizeweltmeister Michael Matt (+0,95) war nach 50 von 100 Läufern als 13. schon fast eine Sekunde zurück. Manuel Feller (+1,78) ließ sich nach falscher Materialentscheidung durch einen Fahrfehler früh die Schneid abkaufen und schaffte es nicht in die Top 15. Was aber enorm wichtig gewesen wäre, weil die FIS aus Sorge um eine unter der Mittagssonne eventuell stark abbauenden Piste kurzfristig die 30er-Startregel gekippt hat. Gestürzt werden im zweiten Lauf (13.30 Uhr/Live ORF 1) diesmal die Top 15.

Schwarz dosierte bei Sonnenschein seinen Lauf besser als Feller, ließ dafür aber ungewohnter Weise im Finish einige Zehntel liegen. WM-Debütant Pertl begann bei seinem dritten Cortina-Auftritt hingegen mit Startnummer acht furios und exekutierte den Lauf zur Bestzeit. Wie Tags zuvor Katharina Liensberger hat Pertl nun den Druck des Halbzeitführenden mitzunehmen. Als solcher geht der 23-jährige Kärntner, der im WM-Team gegenüber Fabian Gstrein den Vorzug erhalten hatte, aber wegen der Regeländerung nun schon als „15.“ in den Medaillenkampf des letzten WM-Rennens.

Unter Sonne entwickelte sich der Slalom auf der in der Nacht nochmals mit Wasser behandelten Piste zu einem erstaunlich offenen Rennen mit starken Leistungen einiger Außenseiter. Den Vogel beinahe abgeschossen hätte der „unbekannte“ Brite Laurie Tayler, der mit Startnummer 41 kommend kurz nach seiner Zwischenbestzeit ausschied.

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„Ich habe alles riskiert und es ist alles sehr gut aufgegangen“, freute sich Pertl, der noch nie zur Halbzeit eines Slaloms geführt hat. „Unter solchen Bedingungen fahre ich immer gerne Ski. Der Lauf war rhythmisch und nicht so schwierig, es war lässig zu fahren“, erzählte der Völkl-Fahrer. „Ich bin schon ein bisschen nervös gewesen, habe aber nichts zu verlieren. Von dem her werde es so auch im zweiten so angehen.“ Dass nur die 15 umgedreht werden, „ist sicher kein Nachteil für mich. Obwohl die Piste auch da schon weicher werden wird. Muss man halt gut in die Spur rein finden“.


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