Preiskampf der Paketdienste: „Das ist in Wahrheit Akkordarbeit“
Vida-Gewerkschafter Karl Delfs über den mörderischen Preiskampf der Paketdienste und dessen Folgen.
Die Beschwerden über Paketdienste haben zuletzt stark zugenommen.
Karl Delfs: Das Grundproblem ist, dass die Auslieferung in großen Teilen über selbstständige Frächter erfolgt. Dabei wird nach Stückzahlen bezahlt. Diese Akkordarbeit führt dazu, dass die Qualität darunter enorm leidet. Zudem, und das sagen mir viele Selbstfahrer, würden sie immer mehr ausliefern müssen, um bei den immer weiter sinkenden Stückpreisen auf das gleiche Geld kommen.
Sie berichten häufig über Scheinselbstständige in der Branche.
Delfs: Das ist ein weiteres Problem, das ein schlechtes Licht auf die Branche wirft. Denn wenn man genau hinschaut, dann fahren diese Leute mit dem Logo des Auftraggebers auf dem Fahrzeug, sie tragen dessen Arbeitsbekleidung, fahren nach dem Dienstplan der Firma und oft genug dürfen sie vertraglich auch für keine andere Firma fahren. Das sind klare Indikatoren, dass dies in Wahrheit verdeckte Dienstverhältnisse sind. Generell kann man sagen, die Branche bietet in weiten Teilen gar keine anderen Arbeitsverhältnisse mehr an.
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