Russische Medien veröffentlichen Folter-Videos aus Lagern

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Unabhängige Medien in Russland haben erneut Videos veröffentlicht, die Folter von Gefangenen in einem Straflager beweisen sollen. Darauf sind zwei Fälle zu sehen, in denen Wärter brutal auf fast nackte Häftlinge einprügeln; einer der beiden Männer soll nach der Misshandlung im Krankenhaus gestorben sein. Die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ gab an, die am Dienstag publizierten Aufnahmen seien 2016 und 2017 in einem Lager in Jaroslawl entstanden.

Eine Menschenrechtsorganisation soll sie den Journalisten zugespielt haben. Wegen ähnlicher Vorfälle waren bereits in der Vergangenheit Gerichtsverfahren gegen Mitarbeiter des Lagers in Jaroslawl rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau eröffnet worden. Im November wurden elf Angeklagte für schuldig befunden und teils zu mehreren Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Auf Grundlage der nun veröffentlichten Videos hat der regionale Menschenrechtsbeauftragte der Agentur Interfax zufolge den zuständigen Strafvollzug kontaktiert. Er habe sich Informationen erbeten, mithilfe derer möglicherweise weitere Täter identifiziert werden könnten, sagte Sergej Baburkin demnach.

Aus russischen Straflagern werden immer wieder Fälle roher Gewalt und auch Todesfälle gemeldet. Erst in der Nacht auf Montag hatte der Radiosender Echo Moskwy von der Folter eines Gefangenen durch Mithäftlinge in einem Lager in der sibirischen Stadt Irkutsk berichtet. Statt dem Schwerverletzten zu helfen, hätten Aufseher ihn mit Klebeband fixiert und weitere Gewalt anderer zugelassen. Der Leiter wurde dem Bericht zufolge entlassen.

Auch Kremlkritiker Alexej Nawalny soll bald in ein Straflager kommen, nachdem ein Moskauer Gericht ein entsprechendes Urteil gegen ihn am Samstag bestätigt hat. Unter Anrechnung früherer Haftzeiten und eines mehrmonatigen Hausarrests könnte der Oppositionelle nach Berechnungen seiner Anwälte im Sommer 2023 freikommen.

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Nawalny wird der Verstoß gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren vorgeworfen, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag auf ihn erholte. Das Urteil steht im Westen als politisch motiviert in der Kritik. Wann und wohin genau der 44-Jährige gebracht wird, war zunächst unklar.


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