Wolfgang Thiem: „Bresnik will die ganze Karriere von Dominic beteiligt sein“

Der Rechtsstreit zwischen Dominic Thiem und Günter Bresnik sucht heute und morgen sein gutes Ende. ATP-Tour wohl erst im Juni vor Zuschauern.

Für Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem stehen heute Mediationsgespräche mit Ex-Mentor Günter Bresnik auf dem Tagesprogramm.
© AFP

Von Roman Stelzl

Wien – So cool und abgebrüht Tennis-Star Dominic Thiem auf den Plätzen dieser Welt auftritt, so sehr brodelt es hinter den Kulissen. Seit Monaten befindet sich der US-Open-Sieger im Clinch mit seinem früheren Mentor Günter Bresni­k, der Streit rund ums Geld wanderte Mitt­e Dezember schließlich vor Gericht.

Nach der „ersten Runde“ suchten beide Parteien eine außergerichtliche Lösung, die nun heute und morgen auch gefunden werden soll. In Anwesenheit eines vermittelnden Mediators wollen sich der 27-jährige Thiem und der 59-jährige Bresnik, der den Niederösterreicher gut 16 Jahre lang betreute, annähern. Das klingt so, als würde sich ein Frieden abzeichnen – doch diese Hoffnung verlor in den letzten Wochen viel Rücken­wind.

Bresnik hatte im Vorfeld der Australian Open seine Roll­e im Leben des Weltranglisten-Dritten gewohnt klar untermauert („Dominic wurde gemacht“) – doch genau das sorgte im Hause Thiem für bittere Mienen. „Der Sportler macht sich selbst. Wenn er nicht das Talent hat und über die nötige Bereitschaft verfügt, dann wird das nie etwas werden“, meinte Trainer-Vater Wolfgang Thiem, der das frühe Aus des Vorjahres-Finalisten in Melbourne auch an Bresniks Aussagen knüpfte: „Das belastet, keine Frage.“

Im Endeffekt sei es ihm in der Vergangenheit zu oft um die Figur Bresnik und zu wenig um Thiem gegangen. „Bei Djokovic fragt man auch nicht immer, wer der Trainer ist. Es hieß immer: Der Günter, der Günter! Das war auch mein Fehler, ich habe mich da zu lange rausgehalten“, so Wolfgang Thiem, der auf ein baldiges Ende der Causa hofft.

Doch die kolportierte Einmal-Zahlung der vor Gericht genannten 450.000 Euro (es ging um das erste Quartal 2020) wird wohl keinen Frieden bringen. „Es geht nicht um die 450.000 Euro, es geht um viel mehr. Günter Bresnik will die ganze Karriere lang beteiligt sein, das ist das Problem.“ Für Thiem-Manager Herwig Straka war das Geplänkel im Vorfeld „entbehrlich“, nun soll es Schritte in die richtige Richtung geben.

Die scheint es auch in Sachen ATP-World-Tour zu geben – auch wenn es wohl länger keine Zuschauer gibt. „Die Turniere wollen fix spielen, der Kalender bei den Herren ist relativ gesichert“, sagt ATP-Board-Mitglied Straka und ergänzt: „Wir werden wohl erst im Juni wieder Zuschauer haben, bis zu den French Open sieht es schlecht aus..“ Bei jenem ab 8. März in Doha übrigens fix mit Thiem, der als „Durchbruch des Jahres“ für den Laureus-Award nominiert ist.


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