Fünf Prozent der Wohnungen in Innsbruck stehen leer

In Innsbruck läuft die Erhebung des Leerstandes. In knapp zwei Jahren wurden rund 15.000 Fälle geklärt.

Innsbruck – Wohnraum mobilisieren. Die Wohnungsnot bekämpfen. Abseits der politischen Scharmützel bleibt das Wohnen in der Landeshauptstadt weiterhin das größte Thema. Die Leerstandserhebung, die die Stadt diesbezüglich schon lange angekündigt hat, läuft seit einiger Zeit. Und Bürgermeister Georg Willi (Grüne) berichtet von ersten Fortschritten.

„Leerstand ist einer der Preistreiber am überhitzten Wohnungsmarkt“, sagt Willi. „Die Erhebung ist ein erster, sehr wichtiger Schritt. Was wir brauchen, sind Mittel, um dagegen vorgehen zu können – deshalb ist es entscheidend, dass das Land endlich eine Leerstandsabgabe ermöglicht.“

Seriöse Angaben über die Anzahl leerstehender Wohnungen lassen sich laut Willi nur machen, wenn alle gemeldeten Personen tatsächlich den von ihnen bewohnten Wohnungen zugeordnet werden können. Am 1. April 2019, dem Tag, an dem das Gebäude- und Wohnungsregister als Referat im Magistrat gegründet wurde, waren circa „55.000 bis 60.000 Einwohner in Innsbruck nur auf Gebäude, nicht aber auf Wohnungen zugeordnet“, erklärt Referatsleiter Manfred Hirsch. 15.000 dieser Fälle konnten mittlerweile zugeordnet werden.

Außerdem musste die Stadt das Schlagwort eines Leerstandes auch erst einmal definieren. Mathias Behmann, Leiter des Referats für Statistik und Berichtswesen, erklärt dazu: „Von Leerstand im eigentlichen Sinne sprechen wir, wenn in den letzten sechs Monaten niemand in den Wohnungen gemeldet war.“

Bis zum 1. Februar 2021 konnten von den insgesamt 77.046 Wohnungen in Innsbruck rund 22 Prozent (16.601 Wohnungen) korrigiert bzw. kontrolliert werden. Von diesen standen 787 Wohnungen seit sechs Monaten und 63 Wohnungen seit einem Jahr durchgehend leer. „Damit liegt die Leerstandsquote bei 4,7 Prozent“, ergänzt Behmann. „Weil darin maßgeblich der von Stadtwohnungen geprägte Stadtteil O-Dorf enthalten ist, könnte sich die Quote aber noch erhöhen.“

Österreichweit einzigartig sind auch die Daten, die im Zuge einer Vollerhebung des Leerstandes im Stadtteil O-Dorf erfasst werden konnten. Mit Februar 2020 wurden hier 123 Wohnungen einem Leerstand zugeordnet. (TT)


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