Österreichurlaub gefragt, Warten auf „Grünen Pass“

Laut einer Umfrage planen 79 Prozent der Österreicher heuer einen Sommerurlaub. Die Hoffnung der Touristiker ruht auf dem „Grünen Pass“.

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Im Urlaubsfokus stehen laut Umfrage Entspannung und Erholung, Zeit mit Familie und Freunden sowie Bewegung in der Natur.
© Böhm Thomas

Wien – Die Urlaubssehnsucht nach einem Jahr Corona-Krise ist enorm groß, das zeigt eine Umfrage des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa im Auftrag der Österreich Werbung (ÖW) und der neun Landestourismusorganisationen. Demnach planen 79 % der Österreicher heuer einen Sommerurlaub. Bei den Deutschen sind es 71 %.

Knapp über die Hälfte der Österreicher, für die ein Urlaub in Frage kommt, möchte diesen im Inland verbringen. Und immerhin 13 % der Deutschen wollen nach Österreich kommen. Mit diesem Wert schafft es Österreich in die Top-drei der Auslandsreiseziele der Deutschen, gleich hinter Italien und Spanien. Insgesamt kann der heimische Tourismus im Sommer laut Studie potenziell mit 2,8 Mio. Gästen aus dem Inland und 5,6 Mio. Gästen aus Deutschland rechnen. „Wir erwarten nicht, dass wir heuer auf den Wachstumspfad kommen“, sagte ÖW-Chefin Petra Stolba, am Donnerstag. 2021 könne man „bestenfalls“ die Ergebnisse von 2020 halten. Letztes Jahr erreichte Österreich nur 98 Mio. Nächtigungen und fiel damit unter das Niveau von 1973, wo 102 Mio. Übernachtungen verzeichnet wurden. „Ob die aufgezeigten Potenziale sich tatsächlich realisieren lassen, hängt letztendlich auch vom Pandemieverlauf, den Impffortschritten, den Einreisebestimmungen und nicht zuletzt den Öffnungsschritten selbst ab“, betont Stolba.

Abwarten, kurzfristig buchen und viele Informationen einholen sind laut Umfrage die Strategien, nach denen die Österreicher heuer vorgehen wollen. „Die Menschen sitzen de facto auf gepackten Koffern“, sagte Andreas Winkelhofer, Sprecher der Landestourismusorganisationen. Allerdings gebe es auch Ängste bezüglich der Durchführbarkeit der Reise, Lage und Bestimmungen vor Ort sowie Quarantäneregeln. Umfassende Storno- und Rücktrittsmöglichkeiten sowie eine Geld-zurück-Garantie seien daher besonders wichtig. Die Sorge, sich am Urlaubsort zu infizieren, ist im Vergleich weit weniger stark ausgeprägt und bei den Inländern (35 %) geringer als bei den Deutschen (47 %). Die Kommunikation der Maßnahmen und Rahmenbedingungen sei heuer besonders wichtig. „Die Gäste müssen ein klares Bild davon haben, was sie am Urlaubsort erwartet“, so Stolba.

Die Hoffnung der Branche ruht nun auf dem „Grünen Pass“, also einem digitalen Impfnachweis auf dem Hand­y, mit dem unter anderem das Reisen wieder möglich sein soll. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will diesen Pass nach israelischem Vorbild am EU-Gipfel auch für Europa anpreisen. „Hoffentlich kommt das“, so Stolba. Es würde auch ohne gehen, aber „mühsamer“, wie Stolba auf Nachfrage einräumte. Doch digitale Testnachweise oder Impfnachweise würden „uns das Leben erleichtern“, meint Stolba. (TT, hu)


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