Geklaute Stimmen vor Kärntner Wahl wieder da

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Ein gestohlener Tresor der Gemeinde Hohenthurn (Bezirk Villach-Land), in dem unter anderem 88 bereits abgegebene Stimmzettel für die Gemeinderatswahlen am Sonntag aufbewahrt worden waren, ist am Samstag wieder aufgetaucht. Florian Tschinderle (ÖVP), der Bürgermeister der Gemeinde, bestätigte auf APA-Anfrage einen entsprechenden Online-Bericht der „Kleinen Zeitung“.

In der Nacht auf Freitag war in das Gemeindeamt eingebrochen worden. Die Täter nahmen einen Tresor mit, in dem sich unter anderem ein versiegeltes Kuvert mit 88 Stimmzetteln befand, die am Vorwahltag abgegeben wurden. Für die kleine Gemeinde eine hohe Zahl - bei der Gemeinderatswahl 2015 hatte es gerade einmal 711 Wahlberechtigte in Hohenthurn gegeben.

Am Samstagvormittag hatte Tschinderle einen Anruf eines Grundbesitzers erhalten, der den aufgebrochenen Tresor auf einem Holzlagerplatz gefunden hatte. „Das versiegelte Kuvert mit den Stimmzetteln vom Vorwahltag war zwar leicht aufgerissen, die Stimmzettel waren aber alle unbeschädigt und vollzählig vorhanden. Sie wurden unter mehreren Zeugen herausgenommen und durchgezählt“, sagte Tschinderle. Die Täter hatten es offensichtlich nur auf das Bargeld im Tresor abgesehen, auch andere Dokumente und Sparbücher waren noch da.

Wie Tschinderle sagte, findet nun am Samstagabend eine Sitzung der Gemeindewahlbehörde statt: „Dann wird ein formeller Beschluss gefasst, dass die Stimmen mit ausgezählt werden.“ Natürlich könne aber nach der Wahl noch Einspruch gegen das Ergebnis erhoben werden.


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