„Grande Dame“ Iraschko-Stolz hat noch lange nicht genug

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Sie ist die Grande Dame des österreichischen, aber auch des internationalen Frauen-Skispringen. Daniela Iraschko-Stolz hat am Freitag ihre bereits siebente WM-Medaille geholt. Damit ist sie im Frauen-Bereich Rekordhalterin, hat im Schnitt pro WM einen Podestplatz geholt. Denn in Oberstdorf 2021 ist Frauen-Skispringen zum siebenten Mal im WM-Programm, Iraschko-Stolz ist seit Anfang des WM-Status und noch länger dabei. Und sie denkt auch noch nicht ans Karriereende.

Am Donnerstagabend war die 37-Jährige am Vorabend von Team-Gold auch mit Sophie Sorschag und Chiara Hölzl als Teamleaderin gefragt, nachdem Marita Kramer durch eine Jury-Entscheidung um die Medaille gekommen war. „Ich habe ihr gesagt, in Liberec (WM-Premiere 2009, Anm.) war ich auch Top-Favoritin und bin Vierte geworden, habe bitterböse geweint. Aus mir ist auch etwas geworden“, sagte Iraschko-Stolz am Samstag. „Sie hat aber gemeint, ich möchte aber mehr gewinnen als du.“

Das werde Kramer freilich definitiv schaffen, ist sich Iraschko-Stolz sicher. „Sie ist ja noch so jung, ist so fokussiert und hat echt ein unglaubliches Talent. Und ich glaube, es wird nicht lange dauern, dass sie mich überholt. Aber das passt eh so. Das gönne ich ihr vom Herzen und das darf sie gerne tun.“ Neben den sieben WM-Medaillen hat die Wahl-Tirolerin einmal Olympia-Silber, 16 Weltcupsiege (Kramer bisher vier, Anm.) und den Gesamtweltcupsieg 2014/15 auf ihrer sportlichen Visitenkarte.

Und da soll noch einiges dazukommen. „Wie es jetzt ausschaut, läuft es körperlich sehr gut, es macht mir riesig Spaß“, erklärte Iraschko-Stolz bei einem Mediengespräch. „Da werde ich sicher weitermachen. Ich weiß aber auch, ich kann noch viel besser Skispringen. Ich merke, ich kann da ganz vorne mitmischen. Das ist Motivation genug, weiter zu machen. Es macht irrsinnig viel Spaß. Daher habe ich noch keine Rücktrittsgedanken. Ich glaube, was dann die Entscheidung betrifft, wird es sehr spontan sein.“

Was nach ihrer Karriere kommt, ist wie das Rücktrittsdatum noch offen. Trainerin zu werden würde Iraschko-Stolz gefallen. „Ich kann es mir viel besser vorstellen mit Kids, ihnen den Spirit, die Begeisterung für den Sport mitzugeben. Wenn ich Trainer mache, würde ich nicht sofort ins Highlevel einsteigen. Ich glaube schon, dass ich mich sehr gut hineinversetzen kann in jede und jeden. Aber ich habe mir viele Möglichkeiten geschaffen neben dem Sport. Perspektiven habe ich genug.“

Iraschko-Stolz hat die Entwicklung des Frauen-Skispringens auf WM-Ebene zu nun erstmals vier Entscheidungen mit Frauen-Beteiligung miterlebt. Wünschen würde sie sich auch vier oder zumindest drei Olympia-Bewerbe. Aktuell ist es nur einer. „Es wäre ein wichtiger Schritt, dass wir da vielleicht auch einen Teambewerb und haben. Auch wegen der Förderungen ist das beim Damen-Skispringen wichtig. Der Rest entwickelt sich von alleine, die Tournee - das ist alles nicht aufzuhalten.“

Schon länger im WM-Programm ist der Mixed-Teambewerb, 2017 und 2019 gab es für die gebürtige Steirerin jeweils WM-Silber. Am Sonntag (17.00 Uhr, live ORF 1) gibt es die nächste Chance, neben Iraschko-Stolz wurde auch Kramer nominiert. „Medaillenchancen haben wir ganz gute“, gab Iraschko-Stolz an. Aber ich glaube, dass im Mixed ein paar mehr um die ersten drei Plätze mitspringen. Es wird viel spannender werden. Und wenn es noch einmal so aufgeht, wäre es ein Wahnsinn.“


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