Feuerwehr warnt vor hoher Waldbrand-Gefahr in Tirol

Der Landesfeuerwehrinspektor ersucht um Vorsicht: Eine Zigarette genügt, um das trockene Laub zu entzünden. Das Wetter bleibt trocken.

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Landesfeuerwehrinspektor Gruber ersucht um Vorsicht: Die Waldbrandgefahr sei derzeit aufgrund der Trockenheit überdurchschnittlich hoch. Waldbrände wie der im Juni 2019 bei Absam (Bild) sind für die Einsatzkräfte immer eine besondere Herausforderung.
© zeitungsfoto.at

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Tagelang Sonnenschein und Temperaturen um die 15 Grad: Die Wetteraussichten für die kommende Woche lassen Freizeitsportler jubeln. Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber sieht das frühlingshafte Kaiserwetter allerdings mit gemischten Gefühlen: „Die Waldbrandgefahr wird weiter steigen“, warnt der Experte.

Schon in der vergangenen Woche löste eine Rauchsäule aus einem unwegsamen Waldstück westlich der Saugrube bei Telfs einen Großeinsatz aus. 73 Feuerwehrmänner aus Telfs, Rietz, Mieming, Pfaffenhofen und Zirl versuchten am Mittwochnachmittag, die Flammen bereits im Keim zu ersticken. Kein einfaches Unterfangen – „das Löschwasser mussten wir mit den Tanklöschfahrzeugen im Pendeldienst zum Brandort liefern“, erzählt Gruber: „Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte vom Polizeihubschrauber, der Wasser aus dem Inn holte und von oben löschte.“ Die Feuerwehrmänner befürchteten vor allem, dass „ein Windstoß reinfährt und die Flammen noch mehr entfacht“. Doch die Einsatzkräfte hatten Glück: Der Wind blieb aus, das Feuer war nach zwei Stunden gelöscht, lediglich 350 Quadratmeter Waldfläche wurden vernichtet.

Gruber befürchtet allerdings, dass der Einsatz bei Telfs nicht der einzige bleiben wird. „In den unteren und mittleren Höhenlagen ist mittlerweile der Schnee an vielen Orten weg. Und darunter kommt das Herbstlaub zum Vorschein, das staubtrocken ist und wie Zunder brennt“, warnt der Landesfeuerwehrinspektor: „Eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein nicht ganz gelöschtes Lagerfeuer oder eine Glasscherbe genügen, um einen Waldbrand zu verursachen.“

Dazu kommt, dass durch die wieder schneefreien Wanderwege mehr Leute in den Wäldern unterwegs sind. „Die Waldbrandgefahr ist derzeit sicher überdurchschnittlich hoch“, fasst Gruber die Situation zusammen: „Wer in den Wald geht, soll bitte vorsichtig sein.“ Regen würde für Entspannung sorgen, meint Gruber.

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Doch Niederschläge sind in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Die ZAMG meldet bis einschließlich Donnerstag strahlenden Sonnenschein, kühle Morgentemperaturen, aber Tageshöchstwerte bis 15 Grad. Erst am Freitag dürfte sich das Wetter ändern und damit Grubers Wunsch in Erfüllung gehen. Dann soll eine Kaltfront mit Regen und Schneefall ab 1000 Meter Höhe in Tirol eintreffen und über das Wochenende bleiben.


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