Altersbeschränkung für AstraZeneca-Impfstoff bleibt

EU-Kommission will am 17. März einen Entwurf für den „Grünen Impfpass“ vorlegen. Bayerns Ministerpräsident Söder will in den Grenzregionen bevorzugt impfen.

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Österreich drängt auf digitalen Impfpass über den Corona-Status der EU-Bürger.
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Wien, Brüssel, Berlin – Obwohl Österreich seinem – inzwischen revidierten – Impfplan weit hinterherhinkt, wird das Vakzin von AstraZeneca von der Nationalen Impfkommission weiterhin nur für unter 65-Jährige empfohlen. Die Sicherheits-und Immuno­genitätsdaten wären bei Älteren zwar vergleichbar mit jenen der Jüngeren. Die Wirksamkeitsdaten würden sich aber auf kleinere Probandengruppen und weniger Erkrankungsfälle beziehen. Daher seien zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Aussagen zur Wirksamkeit dieses Impfstoffs für Menschen über 65 möglich, hieß es.

Das bedeutet, dass sich die Immunisierung älterer Personengruppen weiter verzögert. Derzeit ist weniger als ein Drittel der über 85-Jährigen geimpft. Auch vom Anfang Februar ausgerufenen Ziel, bis Ende März 17 Prozent der „impfbaren Bevölkerung“ ab 16 Jahren gegen Covid-19 zu impfen, ist Österreich weit entfernt. Mit Anfang März sind es 5,5 Prozent. Das 17-Prozent-Ziel wurde deshalb inzwischen aus dem Impfplan gestrichen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Kollege aus Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), forderten gestern von Bund und EU zusätzliche Impfstofflieferungen für Corona-Hotspots und die Grenzregionen, wobei ihr Blick hierbei vor allem der Grenze zu Tschechien gilt. Kretschmer schlug dort Impfangebote für alle über 18-Jährigen vor.

Die beim EU-Gipfel vergangene Woche vereinbarten Vorbereitungen für einen „digitalen grünen Pass“ für Corona-Geimpfte haben begonnen. Die Kommission in Brüssel will bereits Mitte März ihren Vorschlag vorlegen, der Informationen über die Corona-Impfung, -Tests und Genesung von Erkrankten enthalten soll. Der Vize­präsident der EU-Kommission, Margaritis Schinas, twitterte: „Wir werden am 17. März eine Initiative präsentieren, die sich auf Reisen und Mobilität konzentriert“, erklärte Schinas.

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Bei dem „Grünen Pass“ müssten Datenschutz, Sicherheit und die Privatsphär­e geachtet werden, schrieb der Kommissionsvizepräsident weiter. Es gehe um sichere Öffnungsschritte, ohne das bisher Erreichte zu gefährden. „Damit der digitale grün­e Pass aber ein Erfolg wird, brauchen wir die Unterstützung aller Mitgliedsstaaten“, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Richtung Deutschland, das eher bremst. Urlaubsländer wie Österreich hingegen machen Druck. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) begrüßte daher am Montag die Ankündigung von der Leyens. Der Pass sei die Chance, europa­weit die Reisefreiheit und damit ein Stück Normalität zurückzuerlangen, so Kurz. Laut EU-Zeitplan sollen die technischen Vorbereitungen drei Monate dauern.

Das Bundeskanzleramt bestätigte gestern einen Bericht der Financial Times, wonach Kurz ein Angebot Israels vom Mai, Impfstoffe gemeinsam zu beschaffen, abgelehnt hab­e. Dies sei aufgrund der EU-internen Einigung vom Juni erfolgt, Impfstoffe gemeinsam zu beschaffen, twitterte das Bundeskanzleramt. Andere EU-Länder hätten deshalb ebenfalls Eigeninitiativen aufgegeben. (sta, APA, dpa)


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