Tiroler Kultur im Lockdown: Und es gibt sie doch

Das Kammerorchester InnStrumenti konzertiert via Livestream, die Festspiele Erl hoffen noch auf Publikum.

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Aufstellung vor verwaisten Reihen im Haus der Musik. Das Tiroler Kammerorchester InnStrumenti ist am 6. März online zu erleben.
© InnStrumenti

Innsbruck, Erl – Jetzt wird es also Mitte April, bis Kultur vor Publikum wieder möglich sein soll. Nähere Details blieb die Bundesregierung mit ihrem neuesten Lockdown-Fahrplan schuldig. Fragezeichen gibt es reichlich. Ein stärkerer Anstieg der Infektionszahlen würde erneut jede Planung über den Haufen werfen.

Als Veranstalter hat man die Wahl: Entweder man verschiebt sein Programm nach hinten, oder man versucht trotz des Kultur-Lockdowns ein Lebenszeichen zu geben.

Letzteren Weg schlägt das Tiroler Kammerorchester InnStrumenti ein. Am 6. März spielt dieses musikalische Kollegium ab 20 Uhr ein Konzert im – leeren – Haus der Musik in Innsbruck. Per Livestream können Musikfreunde gratis dabei sein.

Das Programm widmet sich zeitgenössischer, neuer Musik. InnStrumenti-Chef Gerhard Sammer wartet mit zwei Uraufführungen auf: „ ... delle cose invisibili ... III“ von Komponist Richard Dünser ist die eine, „The Carpenter Bee Transformed“ von Schlagwerker und Hand-Pan-Virtuose Manu Delago die zweite.

„Böse Zellen“ von Komponist und Staatspreisträger Thomas Larcher beschließt den Abend. Bei diesem Stück für Klavier und Orchester übernimmt Michael Schöch den Klavierpart. Als weitere Solisten werden Isabella Unterer (Oboe) und Chris Norz (Marimba) aufgeboten. Details: www.innstrumenti.at

85 Kilometer innabwärts soll auch im Festspielhaus Erl trotz des Lockdowns Musik erklingen. „Wir starten nächste Woche mit den Proben, das Osterprogramm soll wie geplant von 2. bis 5. April stattfinden“, heißt es aus dem Unterland. Aber nur Bachs „Matthäus-Passion“ am Karfreitag ist sozusagen gesetzt: Die Leidensgeschichte Jesu wird vom Festspielorchester auf jeden Fall aufgeführt, notfalls auch vor leerem Haus. ORF III wird den Nachmittag aufzeichnen und die Erler „Matthäus-Passion“ am Ostersonntag in der Reihe „Wir spielen für Österreich“ ins Programm rücken.

Auch das restliche Osterprogramm in Erl wird einstudiert. Details: www.tiroler-festspiele.at Doch die konzertante Aufführung der Donizetti-Oper „Don Pasqual­e“ (3. April) und die Konzerte mit Schwerpunkt Richard Wagner finden nur statt, wenn tatsächlich Gäste ins Festspielhaus dürfen.

Die Hoffnung auf ein Osterwunder lebt. Noch. (mark)


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