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Justizanstaltsleiter zog es nach Karrieresprung wieder heim nach Tirol

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Reinhard Potocnik: Vom Ministerium zurück in den Zieglstadl.
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Von Reinhard Fellner

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Innsbruck, Wien – Ins Gefängnis zieht es Leute ja eher selten zurück. Beim einstigen und seit Montag erneuten Leiter der Innsbrucker Justiz­anstalt ist das so. Über ein Jahrzehnt hatte Reinhard Potocnik den Ziegelstadl geleitet. Aus dem Gefängnis an der Völser Straße wurde dabei eine moderne Vollzugsanstalt.

Das hatte sich auch in Wien herumgesprochen. Und so wurde der 47-Jährige in die Generaldirektion des Justizministeriums berufen – und dort gleich an den Gipfel einer möglichen Karriere. So wurde Potocnik zum stellvertretenden Generaldirektor mit Zuständigkeit für die Bereiche Sicherheit, Betreuung und Personalangelegenheiten ernannt. Eine Traumkarriere also, möchte man meinen.

Familienvater und Tirol-Liebhaber Potocnik hat sie ausgeschlagen. Schon nach drei Monaten kehrte der 47-Jährige Wien wieder den Rücken und trat mit Segen des Ministeriums wieder seine alte Leitungsposition im Ziegelstadl an.

Sehnsucht überwog Karriereschritt

Potocnik auf Anfrage der TT zum radikalen Entschluss: „Meine Sehnsucht nach der Familie, Tirol und der Innsbrucker Justizanstalt überwog den Karriereschritt in Wien. Hier gehöre ich her“, so der altbekannte Leiter der Justizanstalt.

Dessen Stelle, die interimistisch von Stellvertreter Obstl. Raimund Höss geführt worden war, wird nun nach gestriger Auskunft des Justizministeriums aber dennoch neu ausgeschrieben: „Die Stelle wird wie geplant einem formellen Besetzungsverfahren zugeführt.“

Ansonsten bedauert man im Ministerium den Entschluss des nun doppelten Wahltirolers (Potocnik kommt ursprünglich aus der Steiermark). Das Justizministerium: „Der Schritt, aus privaten Gründen nach Tirol zurückzukehren, ist aus Sicht der Generaldirektion sehr bedauerlich, weil sich Mag. Potocnik schon in dieser kurzen Zeit und trotz der aktuell schwierigen Corona-Situation ausgezeichnet in das Führungsteam der Generaldirektion integriert und wertvollen neuen Input geliefert hatte. Die Zusammenarbeit war – wie erwartet – ausgesprochen professionell, vertrauensvoll und zwischenmenschlich sehr wertschätzend. Auf der anderen Seite übte Mag. Potocnik auch die Leitungsposition in der Justizanstalt Innsbruck in den letzten zehn Jahren souverän aus.“


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