Kulturschaffende fordern Gipfel: „Kultur braucht Planungshorizont“

Rund 2000 heimische Kunstschaffende fordern einen Kulturgipfel mit Regierenden.

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Judith Taschler unterstützt den Protest.
© Köll

Wien, Innsbruck – Es ist kein offener Brief, sondern „offener Protest“, den rund 2000 heimische Kulturschaffende und -institutionen gestern an die Bundesregierung und die Konferenz der Landeshauptleute adressierten. „Wir sind fassungslos, mit welcher Ignoranz sich die Regierung und die Landeshauptleutekonferenz über die existenziellen Grundbedürfnisse der Kunst und Kultur hinwegsetzen“, heißt es in dem Schreiben, das auch von den Tiroler Kulturinitiativen, dem Heart-of-Noise-Festival, dem Theater praesent und dem Kammerorchester Innstrumenti unterstützt wird.

Andrea Breth ebenso.
© www.imago-images.de

Es genüg­e nicht, „von der Bedeutung der Kunst und Kultur zu sprechen und sich um alles andere zu kümmern, nur nicht um sie“. Daher erwarte man „die sofortige Korrektur des derzeitigen Öffnungsplans und die Einbindung der Kunst und Kultur in die schon beschlossenen Öffnungsschritte“, wird in dem stellvertretend von Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) und Yvonne Gimpel (IG Kultur Österreich) unterzeichneten Text gefordert. Kultur brauche Gleichbehandlung mit anderen Sektoren, kein­e „vagen Ankündigungen“. „Wir brauchen keine Wertschätzung für unser bisheriges und weiteres Durchhalten, wir brauchen konkrete Maßnahmen, die diese Wertschätzung ausdrücken.“

Daher sei ein Kulturgipfel mit Beteiligung der Landeshauptleut­e und der Regierungsspitze unverzichtbar, um die weiteren Schritte zu planen. „Wir wollen weder auf einen April-Termin mit neuen Entscheidungen warten, um dann im Mai mit den entsprechenden Vorlaufzeiten aufsperren zu können, noch auf einen späteren Termin, um inklusive der Vorlaufzeit schon in der Sommerpause zu landen. Kultur braucht Vorlaufzeiten und damit einen konkreten Planungshorizont.“ Zu den Unterstützern des offenen Protests zählen u. a. der Komponist Friedrich Cerha, die Autorin Judith W. Taschler, Buchpreisträger Daniel Wisser und Theaterregisseurin Andre­a Breth. (jole, APA)

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