Österreich auf Rang 33 der Liste der Steueroasen

Die größte Steueroasen sind britische Überseegebiete, die Niederlande, die Schweiz und Luxemburg. Österreich liegt auf Rang 33, es gibt Kritik an den laschen OECD-Regeln.

Britische Überseegebiete, wie hier ein Teil der Kaimaninseln, breiten Steuertricksern nach wie vor den roten Teppich aus.
© Getty Images/iStockphoto

Wien –Die Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network hat eine neue Steueroasen-Rangliste erstellt und übt harsche Kritik an der OECD. Auf den ersten drei Plätzen des Steueroasen-Rankings liegen britische Überseegebiete – die Ränge eins bis sechs belegen OECD-Staaten oder von ihnen abhängige Gebiete, geht aus dem „Corporate Tax Haven Index“ hervor. Auch EU-Staaten mischen kräftig mit.

Konkret werden die Britischen Jungferninseln als größte Steueroase geführt, gefolgt von den Kaimaninseln und Bermuda – Gebiete, in denen die britische Regierung Gesetze erlassen oder blockieren kann. Dahinter folgen auf den Rängen vier, fünf und sechs die Niederlande, die Schweiz und Luxemburg. Auf Platz sieben liegt Hongkong. An achter Stelle befindet sich mit der Kanalinsel Jersey ein weiteres Gebiet unter britischer Oberhoheit. Zu den Top Ten zählen auch noch Singapur (Rang neun) und die Vereinigten Arabischen Emirate (Rang zehn).

Der Blick auf die Steueroasen-Rangliste mache deutlich, warum die OECD, die die Regeln im globalen Steuerwesen setze, kaum Fortschritte im Kampf gegen den Steuermissbrauch von Konzernen erreicht. Von den „verwässerten“ OECD-Standards würden Staaten als „nicht schädlich“ eingestuft, die für 98 Prozent der weltweiten Möglichkeiten für Steuerflucht verantwortlich seien. In Summe seien die OECD-Staaten für mehr als zwei Drittel der weltweiten Möglichkeiten für Steuermissbrauch von Konzernen verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung.

Die Rangliste der Steueroasen zeigt, welche Staaten Gewinnverschiebungen und Steuermissbrauch von multinationalen Konzernen am stärksten ermöglichen. Österreich ist dabei auf Rang 33 von insgesamt 70 genannten Ländern. Damit steht Österreich beispielsweise schlechter da als Liechtenstein (35). Deutschland befindet sich auf Rang 23, die USA auf Platz 25 und China auf Rang 19.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Auch die aktuellen OECD-Pläne für eine Reform der globalen Steuerregeln enthalten keine grundlegende Lösung gegen die Steuertricks multinationaler Konzerne, kritisiert David Walch von Attac Österreich. „Dabei müsste gerade die Corona-Pandemie ein Anlass dafür sein, dass Konzerne endlich einen gerechten Beitrag zur Finanzierung der Krisenkosten leisten.“

Attac und Tax Justice Network schlagen eine Vereinfachung der internationalen Konzernbesteuerung vor – die so genannte Gesamtkonzernsteuer mit einem Mindeststeuersatz von 25 . Dabei wird der globale Gesamtgewinn eines Konzerns anteilig je nach Wertschöpfung auf die Staaten aufgeteilt und dann besteuert. Gefordert wird zudem, die OECD-Steuerregeln durch einen global inklusiven Prozess im Rahmen der Vereinten Nationen zu ersetzen. (APA)


Kommentieren


Schlagworte