Derzeit kein Erntehelfer-Mangel für die Saison 2021 erwartet

Die heimische Landwirtschaft rechnet trotz Corona-Pandemie noch mit genug osteuropäischen Arbeitskräften für die Erntesaison.

2020 wurden Erntehelfer aus Osteuropa eingeflogen.
© Böhm

Wien – Derzeit rechnet die heimische Landwirtschaft trotz Corona-Pandemie mit genügend osteuropäischen Arbeitskräften für die heurige Ernte. „Entscheidend sind die Einreise- bzw. Ausreisebestimmungen und derzeit ist ein freier Personenverkehr für Erntehelferinnen und Erntehelfern möglich“, hieß es am Montag vonseiten des Landwirtschaftsministeriums. Man habe „die Lehren aus dem vergangenen Jahr gezogen“ und sei „auf diverse Szenarien besser vorbereitet als letztes Jahr“.

Im April und Mai 2020 kamen über 1000 Helfer mit sechs Flügen aus Rumänien, der Ukraine und dem Kosovo nach Österreich, da Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer aus Osteuropa nicht auf den Landweg nach Österreich einreisen konnten. Aus diesem Grund wurde die Online-Vermittlungsplattform lebensmittelhelfer.at eingerichtet. Als Organisatoren fungierten Landwirtschaftsministeriu­m, Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer und der Maschinenring. Genaue Zahlen, wie viele Arbeitskräfte schlussendlich in den Betrieben gearbeitet hätten, gebe es nicht, so das Ministerium.

Ob heuer über die Website wieder Arbeitskräfte über die Plattform gesucht werden, ist derzeit noch offen. Falls es zu Grenzschließungen komme, so das Landwirtschaftsministeriu­m, könne die Plattform jederzeit wieder hochgefahren werden. Auch das Arbeitsmarktservice hat Programme, um Arbeitslose in Österreich in die Land- und Forstwirtschaft zu vermitteln. In der Praxis sei das aber oft sehr schwierig, das haben die Erfahrungen gezeigt. Landarbeit – im Speziellen die Arbeit als Erntehelferin und Ernte­helfer – sei sehr fordernd und nicht für jeden geeignet.

Laut Schätzungen arbeiten rund 15.000 Erntehelfer jährlich auf den heimischen Feldern. Der Großteil kommt aus Osteuropa, aber auch heimische Studenten, Teilzeitkräfte und Asylberechtigte helfen mit. Anbau- und Erntehelfer erhalten laut Kollektivvertrag einen Stundenlohn von rund acht Euro brutto. (APA)

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