48.500 zur Impfung in Schwaz angemeldet, Osttirol wird weiter beobachtet

Der Osttiroler Virologe Gernot Walder glaubt, dass sich die Situation bei den Neuinfektionen stabilisieren wird. Im Bezirk Schwaz haben sich 76 Prozent zur Impfung angemeldet.

Bei einer 7-Tage-Inzidenz von 400 stehen strengere Maßnahmen, u. a. verpflichtende negative Tests bei der Ausreise, im Raum.
© EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck, Lienz – Der Bezirk Lienz weist dieser Tage das höchste Infektionsgeschehen in Tirol auf, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 334. Bei 400 stehen strengere Maßnahmen, u. a. verpflichtende negative Tests bei der Ausreise, im Raum. Der Virologe Gernot Walder sieht dafür noch keine Veranlassung. „Derzeit werden täglich rund 300 PCR-Tests ausgewertet, 20 bis 30 davon sind positiv.“ Bei den Erstinfektionen befinde man sich noch unter dem Mittelwert der vergangenen Monate. „Aber natürlich wäre es besser, wenn wir die Zahl der Ansteckungen weiter drücken könnten.“ Mit den umfangreichen Testungen verringere sich allerdings auch die Dunkelziffer der Infizierten ohne Symptome.

„Ich werte die große Zahl an Anmeldungen als starkes Signal im Kampf gegen die Pandemie.“ – LH Günther Platter
© Thomas Boehm / TT

Für Osttirol weist Walder zurzeit eine Reproduktionszahl von 1,17 aus. Dieser Wert sagt aus, wie viele Menschen eine infizierte Person ansteckt. „Ich gehe davon aus, dass wir bei den Infektionen in den nächsten Tagen noch eine leicht steigende Tendenz haben werden, die Fallzahlen danach jedoch zurückgehen.“ Zuletzt wurde im Bezirk Lienz auch die britische Coronavirus-Variante bei 25 Prozent aller Infektionen nachgewiesen, ein weiteres Viertel ist auf die lokale Mutation zurückzuführen. „Die ansteckendere britische Mutante wirkt sich vor allem in größeren Familienverbänden aus“, betont Walder. Die Sequenzierung von positiven Tests sei der Schlüssel dafür, um die Ansteckungen einzudämmen, die Quellen in der Kontaktnachverfolgung herauszufiltern und damit die Infektionsketten zu unterbrechen.

„Wir beurteilen die Lage täglich“, sagt dazu der Leiter des Corona-Einsatzstabs Elmar Rizzoli. Wie Walder sieht er noch keinen akuten Handlungsbedarf. Mit der Testpflicht beim Verlassen des Bezirks Hermagor in Kärnten gibt es im Pendlerverkehr jetzt ein zusätzliches Sicherheitsnetz.

48.500 Impfanmeldungen in Schwaz

Ein Schutzschirm wird beginnend mit Donnerstag auch über den Bezirk Schwaz gespannt. 48.500 oder 76 Prozent der Bewohner haben sich für die Corona-Impfung angemeldet. Geimpft wird an 26 Standorten. „Mit der hohen Impfbereitschaft geht nun eine überaus positive Botschaft von Schwaz an ganz Europa. Außerdem leistet Tirol mit der wissenschaftlichen Begleitung der Durchimpfung einen umfassenden Beitrag zur Erforschung des Coronavirus und seiner Mutationen“, ist Landeshauptmann Günther Platter zufrieden.

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Wegen der Verbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Mutation gab es eine vorgezogene Impftranche von der EU. Die Verdachtsfälle gingen in den vergangenen Tagen aber weiter zurück, drei wurden gestern nachgemeldet. (pn)


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