30 Tote bei Explosionen in Militärlager in Äquatorialguinea

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Eine Serie von vier Explosionen hat am Sonntag die Stadt Bata im zentralafrikanischen Äquatorialguinea erschüttert und mindestens 30 Menschen in den Tod gerissen. Etwa 600 weitere Menschen wurden verletzt, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Nach Angaben der Behörden explodierten mehrere Waffen- und Munitionsdepots auf einem Militärstützpunkt. Staatschef Teodoro Obiang Nguema sprach von „einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit“.

Die Explosionen verwüsteten die umliegenden Viertel so sehr, dass es wie nach einem Krieg aussah. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch und Betonbrocken lagen im Umkreis von hundert Metern auf den Straßen verstreut, wie der staatliche Fernsehsender TVGE berichtete.

Anrainer rannten in Panik durch die Straßen. Zivilisten, Rettungsdienste und Angehörige der Sicherheitskräfte versuchten, Leichen aus den Ruinen zu ziehen und Verletzten zu helfen. Drei Kinder im Alter von drei und vier Jahren wurden lebend gerettet und ins Krankenhaus gebracht.

Im Krankenhaus von Bata herrschte laut TVGE angesichts der vielen Verletzten Chaos. Verletzte wurden teils auf den Boden gelegt und dort notdürftig versorgt. In einer Twitter-Botschaft des Gesundheitsministeriums hieß es, zahlreiche Bewohner der umliegenden Viertel befänden sich noch unter den Trümmern ihrer Häuser. TVGE zeigte immer wieder Bilder von Feuerwehrleuten und Helfern, die Menschen aus den Trümmern befreiten.

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Die Explosionen ereigneten sich im Militärstützpunkt Nkoa Ntoma, auf dem Spezialeinheiten untergebracht sind. Präsident Obiang Nguema sprach am Abend im Staatsfernsehen von „einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit der für die Bewachung von Sprengstoffen, Dynamit und Munition zuständigen Einheit“. Die Explosionen seien durch glimmende Asche auf nahegelegenen Feldern verursacht worden. Das Verteidigungsministerium gab an, dass die Explosionen von großkalibriger Munition Druckwellen ausgelöst hätten, durch die zahlreiche Häuser zerstört wurden.

Die Telefonverbindungen zwischen Bata, der größten Stadt des Landes, und der Hauptstadt Malabo auf der vorgelagerten Insel Bioko brachen teilweise zusammen. Obiang Nguema ordnete eine Untersuchung zur Ursache der Explosionen an. Zugleich richtete er einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft. Obiangs Sohn Teodoro Nguema Obiang Mangue, der zugleich Vize-Präsident und für die Verteidigungspolitik zuständig ist, begab sich in Begleitung seiner israelischen Leibwächter zum Ort des Unglücks.

Das am Golf von Guinea an der Westküste Afrikas und südlich von Kamerun gelegene Äquatorialguinea ist einer der abgeschottetsten Staaten Afrikas. Der 78-jährige Staatschef Obiang Nguema ist dort seit fast 42 Jahren an der Macht. Die Opposition und internationale Organisationen werfen ihm immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor. 2017 wurde nach Regierungsangaben ein Putsch vereitelt; zwei Jahre später wurden 130 Menschen deshalb zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Bata ist die größte Stadt des öl- und gasreichen Landes, in dem jedoch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt. Von den 1,4 Millionen Einwohnern leben etwa 800.000 in Bata.


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