Aquapacks statt Sandsäcke: Dölsacher meldete Patent gegen Hochwasser an

Wolfgang Oberkofler aus Dölsach vertreibt seine Aquapacks bald europaweit.

Wolfgang Oberkofler demonstriert die Funktion seines mobilen Hochwasserschutzes in einem Fluss.
© Blassnig Christoph

Von Christoph Blassnig

Dölsach – Wer selbst schon einmal Sandsäcke als Notmaßnahme gegen eine drohende Überschwemmung schleppen musste, kann mit Wolfgang Oberkofler aus Dölsach mitfühlen. „Sandsäcke lassen sich nicht gut zum Einsatzort transportieren, sie sind bis zu 30 Kilogramm schwer und unhandlich. Sind sie dann auch noch einige Jahre alt, zerreißen sie einem in den Händen“, berichtet der Dölsacher, der in den letzten Jahren auch immer wieder als Feuerwehrmann in seiner Heimatgemeinde gegen Hochwasser ankämpfen musste.

Erschöpft nach einem Einsatz hat sich Oberkofler vor eineinhalb Jahren an den Küchentisch gesetzt und überlegt, ob es nicht eine Alternative dazu geben könnte. Inzwischen ist die Idee gereift, der Erfinder hat seinen neuartigen Hochwasserschutz bereits zum Patent angemeldet. „Die Produktion überlasse ich einem spezialisierten Unternehmen meiner Wahl, weil ich selbst kaum mehr als 1000 Stück pro Monat hätte herstellen können“, sagt der 48-jährige Jungunternehmer. Er ist derzeit auf der dringenden Suche nach einem Lagerraum in der näheren Umgebung seiner Heimatgemeinde, wo die eintreffende Ware umgeschlagen und an die Abnehmer weitergeleitet werden kann. Und Abnehmer gibt es genug: Vor allem Feuerwehren aus Österreich, aber auch aus Italien und Deutschland haben bereits Interesse bekundet und möchten Tausende von Oberkoflers „Aquapack“-Schutzsäcken erwerben. Auch Städte und Gemeinden im In- und Ausland, die regelmäßig von Wasserkatastrophen bedroht sind, sind von der Funktion überzeugt.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Oberkoflers Säcke sind aus extrem widerstandsfähiger PVC-Folie (bekannt als Lkw-Plane) geschweißt. Über ein eigenes Ventil lässt sich ein solches Aquapack an Ort und Stelle mit Wasser befüllen, entweder drucklos direkt im Gewässer, per Gartenschlauch oder aus dem Wassertank der Feuerwehr. Nach der Anwendung lässt man das Wasser wieder auslaufen, reinigt die Säcke problemlos und kann sie bis zum nächsten Einsatz – im Vergleich zu Sandsäcken extrem platzsparend – einlagern.

Unter dem Firmennamen „WOOB“ wird Oberkofler seinen mobilen Hochwasserschutz in Zukunft verkaufen. „Die Säcke eignen sich auch als Gewicht für Zelte. In der Schlangenform können sie selbst als Ölsperre eingesetzt werden“, nennt der Erfinder weitere Anwendungsgebiete. Und es wäre nicht Oberkofler, hätte er sich nicht schon Gedanken zu einem neuen Produkt gemacht: Dabei geht es um Planen und Schnee auf Hausdächern. Mehr will er heute noch nicht verraten.


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