Corona-Krise kostet Österreich 100 Milliarden Euro

Wirtschaftsstruktur konnte laut Studie durch Hilfsgelder in der Corona-Krise erhalten bleiben.

Hilfsprogramme sollen geschlossene Betriebe retten.
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Von Verena Langegger

Wien, Innsbruck – Es ist der schwerste Wirtschaftseinbruch (-6,6 Prozent) seit Beginn der Aufzeichnungen in der Nachkriegszeit. Laut Berechnungen der Agenda Austria werden die Krisenkosten für 2020 und 2021 an die 100 Milliarden Euro betragen (darin enthalten sind auch die Kosten für das entgangene Wirtschaftswachstum).

Österreich litt laut Berechnungen des Thinktanks Agenda Austria am stärksten im ersten Lockdown, „weil dieser die Wirtschaft völlig unvorbereitet getroffen hat“, sagt Studienautor Hanno Lorenz. In der Woche von 30. März bis 5. April 2020 wurde mit zwei Milliarden Euro das größte Minus seit Pandemiebeginn gemessen. Insgesamt brachte der erste Lockdown einen Wertschöpfungsverlust von 12 Milliarden Euro, davon entfallen 5,1 Milliarden Euro auf den privaten Konsum. Im Vergleich: Der fehlende Export verursachte einen Rückgang von 3,6 Milliarden Euro, der Tourismus erlitt Einbußen von rund 1,9 Milliarden Euro.

Der zweite Lockdown (ab 2. November) wirkte sich wirtschaftlich weniger stark aus. Zudem entwickelten die Hilfsprogramme langsam ihre Wirkung. Laut Berechnungen der Agenda Austria lag der Wirtschaftseinbruch bei rund 3,6 Milliarden Euro. Der dritte Lockdown vor Weihnachten fiel wieder härter aus, bis zum 28. Februar kostete er laut Lorenz 6,3 Milliarden Euro. Besonders betroffen war der Tourismus (-2,7 Milliarden Euro). Der wirtschaftliche Absturz im vierten Quartal 2020 kann jedoch nicht nur mit dem Wegbrechen des Tourismus erklärt werden, sagt Lorenz. Vor allem konsumnahe Dienstleister wie Friseure, aber auch der Kulturbereich seien verantwortlich für den Einbruch. Durch die Rettungsprogramme sei es während der Pandemie gelungen, die Wirtschaftsstruktur in Österreich zu erhalten, Unternehmen und Arbeitsplätze seien die Basis für einen kommenden Aufschwung. Die hohen Staatshilfen könnten aber auch ein Aufsperren vieler Betriebe hinauszögern, so Lorenz.

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