USA fordern Militär in Myanmar zu Zurückhaltung auf

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Die USA haben das Militär in Myanmar wegen des anhaltenden Einsatzes tödlicher Gewalt gegen Demonstranten kritisiert. Die Armee müsse „maximale Zurückhaltung“ üben, erklärte der Sprecher de Außenministeriums in Washington, Ned Price, am Dienstag. Das Militär hat Anfang Februar die zivile Regierung gestürzt. Seitdem kommt es regelmäßig zu Massenprotesten, gegen die die Armee immer härter vorgeht. Dutzende Demonstranten wurden getötet.

Am Dienstag starb auch ein Abgeordneter der Partei NLD der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Zaw Myat Linn sei in den frühen Morgenstunden in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Abgeordneter des vom Militär nach dem Putsch aufgelösten Oberhauses, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Angehörigen versuchten nun, seinen Leichnam vom Militärkrankenhaus zu erhalten.

Auch am Dienstag gab es wieder Demonstrationen gegen den Putsch und für die Rückkehr zur Demokratie. Die Sicherheitskräfte trieben jedoch die vereinzelten Protestkundgebungen in Yangon und anderen Städten rasch auseinander.

In der Nacht auf Dienstag hatten Sicherheitskräfte in Yangon (Rangun) rund zwei Dutzend Menschen festgenommen, nachdem sie zuvor viele Stunden lang Hunderte Demonstrierende eingekesselt hatten. Laut Augenzeugen soll die Polizei die Leute dabei bedroht und beschimpft haben, es sollen auch Schüsse abgefeuert worden sein. Lokalen Medienberichten zufolge waren mindestens 27 Menschen festgenommen worden.

„Wir haben gestern im Stadtteil Sanchaung protestiert, wir waren etwa 1000 Leute“, sagte etwa eine Augenzeugin der Deutschen Presse-Agentur. Am Nachmittag hätten Polizisten die Demonstrierenden plötzlich umzingelt, worauf diese in umliegenden Häusern Schutz gesucht hätten. „Dann sind sie in einige Häuser eingedrungen und haben Demonstranten festgenommen, bevor sie gegen 3.00 Uhr morgens abgezogen sind.“

In dem südostasiatischen Land hatte die Armee Anfang Februar die gewählte Regierungschefin Suu Kyi aus dem Amt geputscht. Neben Suu Kyi waren auch etliche Abgeordnete und Führungsfiguren ihrer Partei NLD festgenommen worden.

Seither kommt es immer wieder zu Massenprotesten. Die Sicherheitskräfte gehen dabei seit Wochen mit zunehmender Gewalt vor und schießen auch immer wieder mit scharfer Munition. Schätzungen zufolge sollen bereits mehr als 60 Menschen getötet worden sein.


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