Initiative will Entwicklungszeit für Impfstoffe verkürzen

Mit einem auf fünf Jahre angelegten Milliardenplan will die internationale Initiative Cepi versuchen, die Entwicklungszeit für neue Impfstoffe auf 100 Tage zu drücken. Das sei ein Drittel der Zeit, die für die ersten Covid-19-Impfstoffe benötigt worden sei, erklärte die Organisation am Mittwoch in Oslo. Benötigt würden dafür 3,5 Milliarden Dollar (knapp 3 Milliarden Euro). Cepi appellierte an Regierungen, Gesundheitsorganisationen und andere Partner, den Plan zu unterstützen.

Cepi - die „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“ - wurde 2017 von Norwegen und Indien mit der Bill&Melinda Gates Stiftung, dem Wellcome Trust und dem Weltwirtschaftsforum in Davos gestartet. Die Organisation unterstützt seit dem vergangenen Jahr die Entwicklung und weltweite Verteilung von Covid-Impfstoffen.

Der nun angeregte Fünfjahresplan könnte aus Sicht von Cepi künftige Risiken durch Pandemien „verringern oder sogar eliminieren“. Damit könnten Millionen Todesfälle und Billionenschäden in der Wirtschaft abgewendet werden, hieß es. Das sei ein Projekt ähnlich der Mondlandung.

Die enorme Beschleunigung bei der Impfstoffentwicklung soll erreicht werden, indem die Möglichkeiten schneller Trägerplattformen wie mRNA optimiert werden. Neue Netzwerke für klinische Tests sollen helfen. Eine enge Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden soll Zulassungsanforderungen vereinheitlichen. Auch Produktionskapazitäten sollen vernetzt werden, um die Impfstoffe rasch herstellen zu können.

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Die EU-Kommission hat auf europäischer Ebene einen ähnlichen Plan vorgestellt, den Hera Incubator, allerdings ohne das 100-Tage-Ziel.


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