Dortmunder Urgewalt Haaland verzückt wieder Europa

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Dortmunds Torgarant Erling Haaland hat Fußball-Europa auch beim 2:2 gegen den FC Sevilla am Mittwoch verzückt. Beim spektakulären Einzug des BVB ins Champions-League-Viertelfinale traf der Ex-Salzburger zweimal, verbesserte seine einsame Quote auf 20 Tore in nur 14 CL-Spielen und traf als erster Profi bei vier Einsätzen in Folge doppelt. „Er wird eine Ära prägen“, sagte Sevilla-Coach Julen Lopetegui, dessen Team Haaland schon im Hinspiel doppelt eingeschenkt hatte.

„Erl ist herausragend. Das macht uns stolz, dass er den Rekord in unserem Trikot weiterführt“, schwärmte Trainer Edin Terzic über seinen Youngster, der seine ersten acht CL-Tore noch im Salzburg-Trikot erzielt hatte. Weniger begeistert war der Interimscoach vom Verlauf der Partie - denn die Spanier steckten trotz des 0:2 nicht auf waren nach den Treffern von Youssef En-Nesyri (69./Elfer, 96.) noch der Verlängerung nahe. „Als kleiner Junge hatte ich den großen Traum, mit Fußball alt zu werden. Jetzt habe ich das Gefühl, ich werde alt wegen Fußball“, scherzte Terzic.

Für Aufregung sorgte auch das Wortduell zwischen Haaland und Sevilla-Goalie Yassine Bounou. „Ich war vor dem zweiten Elfmeter ein bisschen nervös“, sagte der Top-Schütze (10) der laufenden CL-Saison auf Sky. „Aber als er mich nach dem ersten Elfmeter angeschrien hat, dachte ich, es wäre umso besser, noch ein weiteres Tor zu schießen.“

Die Szene: Haaland hatte nach robustem Körpereinsatz sein 2:0 bejubelt, es wurde aber aberkannt und überraschend auf Elfmeter entschieden. Der 20-Jährige verschoss, wurde von Bounou angeschrien, profitierte aber von dessen verfrühter Bewegung und durfte neuerlich antreten. Diesmal verwertete Haaland und revanchierte sich auch mit Worten beim gegnerischen Tormann. „Danach habe ich ihm dann das gesagt, was er zu mir gesagt hat, nachdem ich den ersten Elfmeter verschossen hatte. Vielleicht ist das Karma.“ Für seine Bemerkung erhielt er die Gelbe Karte.

Noch mehr Dramatik bot die Partie zwischen Juventus Turin und dem FC Porto - die auch das Aus für Juve-Superstar Cristiano Ronaldo brachte. Das 3:2 nach Verlängerung war in Turin schließlich zu wenig, Porto nach dem 2:1 im Hinspiel dank Auswärtstorregel weiter. Italiens Rekordmeister schied zum dritten Mal seit der Verpflichtung von Ronaldo, der die CL mit Manchester United und Real Madrid insgesamt fünfmal holte, bereits früh in der K.o.-Phase aus. Und das trotz mehr als einer Stunde in Überzahl.

Ein bitteres Erlebnis war es auch für Andrea Pirlo in seiner ersten Saison als Trainer der „Alten Dame“. Um seinen Job bange er nicht, betonte der einstige Edelkicker. Den Hinweis auf die Trennung von Vorgänger Maurizio Sarri nach dessen Aus mit Juve im CL-Achtelfinale quittierte er mit einem Achselzucken. „Ich weiß nicht, ob er wegen des Ausscheidens in der Champions League entlassen wurde. Derzeit bin ich Trainer, und ich arbeite an einem größeren Projekt, das über diese Saison hinausgeht“, erklärte der 41-Jährige.


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