Schwaz als Modell für die EU, 48.500 Impfungen bis zum Dienstag

Ab heute wird der Bezirk Schwaz durchgeimpft, in vier Wochen erhalten die Bewohner die zweite Dosis.

Wie hier in Schwaz laufen die Vorbereitungen an den Impfstationen im gesamten Bezirk auf Hochtouren. Am Mittwoch wurde der Impfstoff geliefert
© Stadt Schwaz

Innsbruck – Bis Dienstag sollen 48.500 Bewohner des Bezirkes mit einer Sondertranche des Impfstoffs von BioNTech geimpft werden. Begleitet wird die Impfkampagne von einer wissenschaftlichen Studie. Sechs Monate wird beobachtet, wie sich die Infektionszahlen und das Auftreten der südafrikanischen Virusvariante verändern. Letztere hat sich Anfang Februar vor allem im Zillertal ausgebreitet, zuletzt wurde Mayrhofen isoliert.

Während die Ausreisetestpflicht für Tirol in andere Bundesländer seit Mitternacht nicht mehr in Kraft ist, gilt sie ab heute bis 25. März für den Bezirk Schwaz – als Teil des Impfpakets. Nach wie vor aufrecht bleibt das Einreiseverbot für Tirol nach Deutschland. Mit der Durchimpfung und dem Eindämmen der Verbreitung der Südafrika-Variante – aktuell sind noch 47 aktiv Positive damit infiziert – will Tirol die Grenzkontrollen wegbekommen.

In der EU wird Schwaz als Modellfall genannt. BioNTech wird deshalb in den nächsten beiden Wochen vier Millionen Dosen Corona-Impfstoff zusätzlich an die EU liefern. Man habe das Zusatzpaket ausgehandelt, damit die Mitglieder gezielt in Corona-Hotspots impfen und die Ausbreitung der Virusvarianten bremsen könnten, erklärte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Sie hofft, dass durch gezielte Impfungen verschärfte Kontrollen an den EU-Binnengrenzen unnötig werden.

48.500 Impfungen bis zum Dienstag

Gestern wurde der Impfstoff von BioNTech/Pfizer geliefert, ab heute wird an 26 Impfstandorten im Bezirk Schwaz geimpft. Möglich ist dies durch 100.000 vorgezogene Impfdosen geworden. 48.500 von rund 64.000 infrage kommenden Personen haben sich für eine Impfung angemeldet. Trotzdem soll es nicht überall die gleich hohe Impfbereitschaft geben.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

In den vergangenen Tagen wurden zugleich die Anmeldungen mit den Hauptwohnsitzen abgeglichen. Dabei mussten einige Bürgermeister verwundert zur Kenntnis nehmen, dass es auch gezielte Scheinanmeldungen für die Impfung aus anderen Regionen gegeben hat. Auch Besitzer eines Zweitwohnsitzes in einer Gemeinde im Bezirk Schwaz hofften auf eine Impfdosis. Sie wurden jedoch ausgesiebt.

Vorgenommen wird die Impfung von Ärzten oder diplomiertem Gesundheitspersonal nach ärztlicher Anordnung. Dienstag galten noch über 6000 Anmeldungen als nicht bestätigt. Deshalb weist das Land darauf hin, dass die Impfanmeldung auch zu bestätigen ist. Bis nächsten Dienstag wollen die Gesundheitsbehörden mit der ersten Immunisierung durch sein, die Ausreisetestpflicht gilt bis 25. März. „Wer sich länger als 24 Stunden dort aufhält, benötigt einen negativen Corona-Test bei der Fahrt aus dem Bezirk“, sagt Bezirkshauptmann Michael Brandl. Polizei und Bundesheer werden an 14 Orten – an Bezirksgrenzen, Autobahnauffahrten und Bahnhöfen – stichprobenartig kontrollieren.

Wann erfolgt die zweite Impfung? „Nach 28 Tagen“, wie Brandl hinzufügt. Begleitend zur Impfung setze man in den nächsten zwei Wochen eben auf die Testoffensive.

Für den Großteil Tirols endete gestern um Mitternacht die Testpflicht bei der Ausreise in andere Bundesländer, Osttirol war davon bekanntlich bisher nicht betroffen. Außer ab Freitag Virgen und Matrei. (pn)


Kommentieren


Schlagworte