Deutscher Bach als IOC-Präsident wiedergewählt

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Thomas Bach bleibt bis 2025 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der 67-jährige Deutsche ist am Mittwoch auf der 137. IOC-Session, die aufgrund der Coronakrise diesmal als Videokonferenz abgehalten wurde, erwartungsgemäß für vier weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Der Anwalt und Fecht-Olympiasieger von Montreal 1976, der seit September 2013 das oberste Funktionärsamt im Weltsport innehat, hatte keinen Gegenkandidaten.

„Ich bin überwältigt. Das berührt mich zutiefst und macht mich zugleich demütig“, meinte Bach, der ankündigte seinen Reformeifer fortsetzen zu wollen. „Inzwischen kennen Sie mich gut genug, um zu wissen, dass ich zukunftsgerichtet bin und weiter ehrgeizige Ziele mit Ihnen erreichen will - auch nach der Corona-Pandemie“, sagte er nach seiner Bestätigung im Amt des IOC-Präsidenten.

Außerdem schlug Bach vor, das olympische Motto „schneller, höher, weiter“ um das Wort „gemeinsam“ zu ergänzen. „Während der Corona-Krise haben wir auf die harte Art erfahren müssen, dass wir unseren olympischen Slogan im Sport und auch im richtigen Leben besser verwirklichen, wenn wir solidarisch sind“, erklärte er.

Einstimmig fiel die Wiederwahl jedoch nicht aus, denn neben den 93 Ja-Stimmen gab es auch eine Gegenstimme. Für Bach ist es gemäß Satzung die letzte Amtszeit. Diese beginnt offiziell am Tag nach den Olympischen Sommerspielen in Tokio (23. Juli bis 8. August), die wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr in diesen Sommer verschoben worden waren. Vor acht Jahren war Bach dem Belgier Jacques Rogge als IOC-Präsident gefolgt. Im IOC genießt er wegen seines Geschäftssinns große Zustimmung.

Kritiker bescheinigen Bach auch deshalb, das IOC mehr denn je wie einen Großkonzern zu führen. Auch sein eher nachsichtiger Umgang mit Russlands staatlich organisiertem Dopingsystem wird dem IOC-Chef seit Jahren vorgeworfen. Große Sorgen bereiten der olympischen Welt derzeit die Spiele in Tokio, die trotz Corona und breiter Ablehnung in Japan im Sommer ausgetragen werden sollen. „Die Frage ist nicht, ob die Olympischen Spiele stattfinden, sondern wie sie veranstaltet werden“, bekräftigte Bach in seiner Eröffnungsrede am Mittwoch.

Der ehemalige Weltklasse-Fechter sieht das IOC mithilfe seiner Reform-Agenda trotz der Coronakrise wirtschaftlich auf Erfolgskurs. Dank des veränderten IOC-Kurses seien die Einnahmen von den Top-Sponsoren für die Zeit von 2021 bis 2024 auf drei Milliarden Dollar (2,52 Milliarden Euro) verdreifacht worden, sagte der „Herr der Ringe“ voller Stolz unmittelbar vor seiner Wiederwahl. Dies sei das Ergebnis der im Jahr 2014 verabschiedeten Agenda 2020, mit der das IOC und die Olympischen Spiele fit für die Zukunft gemacht werden sollten. Mit der Agenda 2020+5 will Bach dieses Reformprogramm fortsetzen.

Ziele seien eine größere Nachhaltigkeit, der Einsatz für Flüchtlinge, mehr Gleichberechtigung der Geschlechter, der verstärkte Kampf gegen Doping und Korruption im Sport sowie Kostenreduzierungen für Olympia-Bewerber und Spiele-Ausrichter. Auch die Digitalisierung und die stärkere Beteiligung der Jugend gehört zu den Kernpunkten des Reformwerks. „Wir wollen die olympischen Werte bewahren und die Rolle des Sports in der Gesellschaft stärken“, betonte Bach.

Die Geldgeber des IOC würden diesen Weg unterstützen, versicherte der Deutsche. Dies zeige sich auch daran, dass Sponsoren und Medienpartner schon jetzt Verträge im Wert von 4,1 Milliarden Dollar (3,45 Milliarden Euro) für den Zeitraum von 2029 bis 2032 mit dem IOC abgeschlossen haben, wie Bach sagte.


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