Osterfestival Tirol: Gegen den Stillstand

Nassim Soleimanpours Stück „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ kommt am Samstag in Hall und weltweit auf die Bühne.

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Frank Willens tritt am Samstag im Salzlager Hall auf.
© Damien

Hall – Das Stück „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ des iranischen Autors Nassim Soleimanpour wurde vor zehn Jahren uraufgeführt und seither in 25 Sprachen übersetzt. Namhafteste Darstellerinnen und Darsteller haben das Sol­o seither gespielt, von John Hurt über Whoopi Goldberg bis zu Katharina Strasser und Caroline Peters. Das Setting war immer gleich, das Ergebnis immer anders. „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ entsteht im Moment, ohne Probe und Regie. Den Text – er handelt von Freiheit, Macht und Manipulation – erhalten die Schauspieler erst auf der Bühne. Mit dem Öffnen des Kuverts beginnt das Stück.

Am Samstagabend kommt „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ zu seiner Tirol-Premiere. Als Veranstaltung des Osterfestivals Tirol wird es live aus dem Salzlager Hall übertragen. Frank Willens, einer der derzeit gefragtesten Performer der internationalen Tanz- und Theaterszene, wagt das Improvisations-Experiment. Und er ist damit Teil einer quasi globalen Theater­aktion, denn „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ wird am Samstag jeweils um 20 Uhr Ortszeit in aller Welt gespielt. In Tokio und Mumbai, im Staatstheater Mainz, dem Gözde Atalay Kokkoris in Istanbul und dem Teatro delle Muse in Ancona. Mehr als hundert Theater und Festivals nehmen an Aktion teil. Sie wollen damit in pandemischen Zeiten ein gemeinsames Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts setzen. Und daran zu erinnern, dass die meisten Bühnen weltweit seit einem Jahr geschlossen sind. Am Samstag jährt sich der erst­e Corona-Shutdown zum ersten Mal.

Gespielt wird „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ daher beinahe weltweit ohne Saalpublikum. Da die Interaktion mit den Zuschauern ein wichtiger Teil des Stückes ist, musste es für die mit dem Motto #LetThereBeTheatre versehenen Aktion adaptiert werden. (jole)


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