Netanyahu sagt Reise in Vereinigte Arabische Emirate ab

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Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat einen für Donnerstag geplanten Besuch in den Vereinigte Arabischen Emiraten kurzfristig abgesagt. Das berichtete das israelische öffentliche Radio Kan unter Berufung auf eine Quelle, die an der Planung beteiligt war. Weder Israel noch die Vereinigten Arabischen Emirate hatten den Besuch, über den Medien am Mittwoch berichtet hatten, offiziell bestätigt.

Israelische Medien berichteten Donnerstag früh bereits, dass der geplante Besuch wegen Fragen über die Flugroute in den Golfstaat und eine Blinddarmentzünung von Netanyahus Frau verschoben oder abgesagt werden könnte.

Netanyahu wäre der erste israelische Regierungschef gewesen, der in den Golfstaat gereist wäre. Laut israelischen Medien war ein Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Zayed al-Nahyan geplant. Kommentatoren sahen darin eine Chance für Netanyahu, vor den anstehenden Parlamentswahlen am 23. März einen außenpolitischen Erfolg zu verbuchen. Israel hatte im September in Washington mit Bahrain und den Emiraten Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Beobachter sahen darin einen historischen Vertrag und stuften die Annäherung als außenpolitischen Erfolg für Netanyahu, aber auch für den damaligen US-Präsidenten Donald Trump ein. Bis dahin unterhielten mit Ägypten und Jordanien nur zwei arabische Staaten diplomatische Kontakte zu Israel. Mittlerweile haben auch Marokko und der Sudan ähnliche Vereinbarungen mit der israelischen Regierung unterzeichnet.

Die Golfstaaten rückten damit von der jahrzehntelangen Linie arabischer Regierungen ab, Beziehungen mit Israel zu verweigern, solange der Konflikt mit den Palästinensern nicht gelöst ist. Im Gegenzug kündigte Israel an, die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland auszusetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Deren Führung und andere arabische Staaten kritisierten die Abkommen scharf und sprachen von „Verrat“.

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