Verkehr in Bichlbach wird eingebremst

  • Artikel
  • Diskussion
Derzeit ist es in Bichlbach ruhig. An Spitzentagen im Sommer werden aber schon mal ein paar tausend Fahrzeuge gezählt.
© Simone Tschol

Von Simone Tschol

Bichlbach – „Fuß vom Gas­pedal!“ heißt es in Kürze in Bichlbach. Um den überhandnehmenden Verkehr durch den Ort in seine Schranken zu weisen, hat sich der Gemeinderat nämlich einstimmig für eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h im Kerngebiet entschieden. „Der Motorradverkehr hat zwar durch das Fahrverbot für Maschinen über 95 Dezibel Standgeräusch deutlich abgenommen, dennoch ist das Verkehrsaufkommen durch unser Dorf enorm“, weiß Bürgermeister Klaus Ziernhöld.

Und dabei handelt es sich nicht um einen subjektiven Eindruck der Gemeindechefs. Dies wurde auch durch eine in Auftrag gegebene Verkehrszählung bestätigt. „Es gab Spitzentage, an denen gleich mehrere tausend Fahrzeuge gezählt wurden. Das ist nicht nur ein Lärmproblem, sondern auch eine Frage der Sicherheit“, erklärt Ziernhöld, der einer 96-jährigen Bichlbacherin mehrfach über die Straße half. „Für die älteren Leute ist das schlimm. Die haben keine Chance, die Straß­e zu überqueren. Da kommt nicht ein Fahrzeug oder zwei, sondern 30 auf einmal, und wenn es von der einen Seite aufhört, kommen sie von der anderen Seite. Gott sei Dank sind große Unfälle bislang ausgeblieben.“

Ziernhöld versteht die Ausflügler, welche die schöne Umgebung genießen wollen. „Aber dann kommen die Oldtimer-Rallyes, 40 bis 50 Fahrzeuge hintereinander, alles Cabrios, wunderschön. Aber nicht für den, der da leben muss“, schränkt der Dorfchef ein.

Die Verordnung ist bereits rechtskräftig, die 30er-Tafeln werden in Kürze, „wenn der Boden aufgeht“, aufgestellt. Die Verordnung gilt sowohl für das Kerngebiet in Bichlbach als auch für die beiden zum Ort gehörenden Weiler Wengle und Lähn. Gültig ist der 30er dann auch für den Abschnitt der Landesstraße L21, die von Berwang kommt und Richtung Tankstelle zur Fernpassstraße führt. Ziernhöld: „Hier gilt mein Dank Wolfgang Haas vom Baubezirksamt, der die Notwendig­keit gesehen hat und dies mitträgt.“


Kommentieren


Schlagworte