Botschafts-Außenstelle Tschechiens in Jerusalem eingeweiht

Tschechien hat in Israel eine Außenstelle seiner Botschaft feierlich eröffnet. Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis nahm am Donnerstag an der Eröffnung der Räumlichkeiten in Jerusalem teil. Der Status der Stadt Jerusalem ist einer der zentralen Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Babis und der ungarische Regierungschef Viktor Orban treffen am Donnerstag in Israel mit Premier Benjamin Netanyahu zusammen, um sich über die dortige Corona-Impfkampagne zu informieren.

Babis bekundete Interesse am Beitritt Tschechiens zu einer Impfstoff-Allianz, die in der vergangenen Woche von Netanyahu, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen angekündigt worden war.

Bei der Eröffnung der Botschafts-Außenstelle sprach Babis von einem weiteren Meilenstein in den Beziehungen beider Länder. Die Repräsentanz soll sich demnach unter Leitung der Botschaft in Tel Aviv unter anderem um Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit kümmern. Israels Außenminister Gabi Ashkenazi würdigte die Freundschaft beider Länder und dankte dem EU-Land dafür, führend bei einer sich ändernden Einstellung zu Jerusalem zu sein.

Der Status der Stadt Jerusalem ist einer der zentralen Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Israel beansprucht Jerusalem als „ewige und unteilbare Hauptstadt“ für sich. Auch die Palästinenser halten an ihrem Anspruch auf Ostjerusalem als ihrer Hauptstadt fest. Die Europäische Union sieht in einer Zwei-Staaten-Lösung mit Jerusalem als künftiger Hauptstadt beider Staaten den einzigen Weg, um in der Region dauerhaft für Frieden und Stabilität zu sorgen.

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Vor knapp drei Jahren hatten die USA ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Der Schritt war international kritisiert worden. Tschechiens Präsident Milos Zeman setzte sich dafür ein, diesem Vorbild zu folgen, konnte sich damit bisher aber nicht durchsetzen. Berichten zufolge hatte Israels Ministerpräsident Netanyahu zuletzt beabsichtigt, überschüssigen Impfstoff in das schwer von der Corona-Pandemie getroffene Tschechien zu liefern


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