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Unterhaltsverpflichtung: „Eine große gesellschaftliche Ungerechtigkeit“

Wenn ältere, gebrechliche Menschen ihre behinderten Kinder nicht mehr selbst pflegen können: Ein Fall zeigt die komplexe Problematik auf und wie wenig sie ernst genommen wird.

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Eltern von Menschen mit Beeinträchtigungen kümmern sich oft ein Leben lang um ihre Kinder, im Alter kommen sie aber an ihre Grenzen.
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Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Viele Jahrzehnte haben sie ihr Kind betreut, „jetzt packen wir’s einfach nicht mehr“, sagt der 72-jährige Vater eines Mannes mit schwerer Beeinträchtigung. Der Sohn ist Spastiker, seine Pflegestufe 6, die zweithöchste. Aus dem Bett heben, auf der Toilette behilflich sein, Essen und Trinken eingeben sind nur einige der Aufgaben, die vor allem die inzwischen 71-jährige Mutter übernommen hatte. Zuletzt war der 48-Jährige drei Tage in der Woche in einer betreuten Wohngruppe für Menschen mit Behinderung untergebracht, die restlichen vier Tage wurde er zu Hause gepflegt. Weil das nun nicht mehr möglich ist, musste eine ganzwöchige Betreuungsmöglichkeit gefunden werden – und dafür gibt es zu wenige gute Lösungen.


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