„Schlüsselkräfte für Export rasch impfen“: Wirtschaft blickt nach Vorarlberg

Tirols Industrie ist vorsichtig optimistisch, die ganze Wirtschaft blickt gespannt nach Vorarlberg.

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Industrie-Spartenobmann Max Kloger (links) und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser.
© Tiroler Wirtschaftskammer

Innsbruck – Seit genau einem Jahr ist ganz Österreich im Corona-Krisenmodus. Neben der Bauwirtschaft und dem Gewerbe hat vor allem auch die Industrie, die weitgehend durcharbeiten konnte, als Konjunkturstütze fungiert. Dank umfassender Präventionskonzepte habe es praktisch keine Covid-Cluster gegeben, so Industrie-Obmann Max Kloger. Dies gelte auch für die gesamte Wirtschaft bis hin zum Handel, der Hotellerie und Gastronomie, die vor allem auch mit Tests weit sicherer als der private Bereich seien, wie Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser betont. Umso genauer blicke ganz Österreich nach Vorarlberg, wo es ab Montag eine Reihe von Öffnungen gibt. Wenn die Lockerungen ohne großen Infektionsanstieg funktionierten, müsse dies auch der Türöffner für die anderen Bundesländer sein, hofft Walser.

Tirols Industrie mit ihren 449 Unternehmen und 41.000 Beschäftigten ist im Vorjahr mit einem Umsatzminus von 6 bis 8 Prozent auf unter 11 Mrd. Euro (bundesweit lag das Minus bei 11 Prozent) mit einem blauen Auge davongekommen. Laut einer aktuellen Umfrage der WK Tirol sehen 45 Prozent der Tiroler Industriebetriebe die aktuelle Lage durchaus positiv, 24 Prozent negativ. 22 Prozent wollen mehr investieren und 31 Prozent weniger. „Der Optimismus der Industrie steigt von Woche zu Woche. Die Auftragslage entwickelt sich gut, auch wenn die Pandemie zu Einschränkungen für die Betriebe führt“, so Kloger mit Hinweis auf Engpässe bei Rohstoffen und Probleme wegen der Reisebeschränkungen und Grenzsperren.

Die größte Hoffnung der Industrie liege in den Impfungen. 60 Tiroler Industriebetriebe haben sich bereiterklärt, betriebliche Impfungen durchzuführen. „Wir sind gerüstet – die einzige Beschränkung ist die Verfügbarkeit der Impfdosen“, sagt Kloger. Die Industrie fordert, bei den Impfungen die überschaubare Zahl an Schlüsselarbeitskräften mit Auslandskontakten vorzuziehen, um nicht Exporte und damit Jobs in Tirol zu gefährden. Ein großes Problem trotz Pandemie und vieler Arbeitsloser bleibe der Fachkräftemangel, eine riesige Chance der von der EU mit Milliarden geförderte Umstieg auf klimafreundliche Technologien. Mehr Wasserkraft sei Bedingung für die Energiewende.

Laut Walser hat die Wirtschaftskammer im Vorjahr mehr als 225.000 Anfragen großteils zu Corona bearbeitet, und das mit teils über 70 Mitarbeitern sieben Tage in der Woche. (va)


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