Odermatt gewinnt Kranjska-Gora-RTL - Brennsteiner 3.

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Marco Odermatt hat am Samstag den Weltcup-Riesentorlauf in Kranjska Gora gewonnen und setzt damit Alexis Pinturault im Kampf um die große Kristallkugel weiter stark unter Druck. Zweiter wurde mit Loic Meillard ein weiterer Schweizer (+1,06), auf Rang drei kam Stefan Brennsteiner (+1,09). Pinturault verlor als Vierter die Führung im Disziplinweltcup an Odermatt, dieser geht mit 25 Zählern Vorsprung ins finale Rennen. Hochspannend bleibt der Kampf um das große Kristall.

Vor dem Slalom am Sonntag, auf den Odermatt aus Trainingsmangel verzichten wird, schrumpfte das Guthaben von Pinturault auf den Eidgenossen im Gesamtweltcup auf 31 Zähler. „Diese Saison war ich immer der Jäger. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich im Gesamtweltcup eine Rolle spielen kann. Für ihn (Alexis/Anm.) ist es sicher keine einfache Ausgangslage, bei mir läuft es momentan sehr gut. Am Ende in Lenzerheide wird abgerechnet.“

Odermatt glänzte auf dem Podkoren mit Laufbestzeit im Finale, mit der er sich von Rang vier auf eins katapultierte. „Unglaublich, was im zweiten Lauf geschehen ist. Ich bin müde und trotzdem funktioniert alles immer noch, das ist schon sehr cool. Der Salzschnee und die Kurssetzung haben mir sehr gepasst. Ich wusste, wenn ich um die Kugeln eine Chance behalten will, muss ich heute schneller sein als er. So bin ich heute auch gefahren, mit voller Attacke. So wie es aufgegangen ist, könnte es nicht besser sein“, sagte Odermatt nach seinem vierten Weltcupsieg sowie dem zweiten in Folge nach dem Super-G in Saalbach-Hinterglemm.

Für die Schweizer Ski-Herren war es der erste Riesentorlauf-Doppelsieg seit Sölden 2008. Mit dem Samstag-Ergebnis setzten sich die Schweizer auch in der Herren-Nationenwertung wieder weiter von Österreich ab, haben nun 153 Zähler Vorsprung. Brennsteiner sorgte als Dritter jedenfalls für gute Punkte, für ihn war es der zweite Podestrang seiner Karriere nach Platz drei in Bansko. „Das ist noch einmal eine Zugabe zu dem, was in Bansko passiert ist. Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, es war ein cooler Lauf. Mega, dass es für das Podest gereicht hat.“

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Auch wenn, wie er anmerkte, der Abstand zu Odermatt groß sei. „Da sieht man, was bei vielen noch drinnen ist.“ In Bansko sei es bei ihm vor allem das Set up gewesen, jetzt sei die Lockerheit da. „Dass man um was Anderes fährt als nur um die Existenz. Dass man mit Spaß Ski fährt, das macht viel aus. Als wenn man jedes Mal vor dem Start zittern muss, dass man halbwegs ein Ergebnis ins Ziel bringt. Ich hoffe, dass ich da weiter anschließen kann. Es ist cool, kein Statist mehr zu sein.“

Als Achter der Disziplinwertung ist er bestplatzierter Österreicher. Auch Marco Schwarz (18.), Roland Leitinger (21.) und Manuel Feller (23.) scheinen unter den Top 25 auf, die für das Weltcupfinale qualifiziert sind. Feller durfte am Samstag mit Rang acht zufrieden sein (+1,45). „Die Riesentorlaufsaison hat holprig angefangen, das hat das Selbstvertrauen genommen. Dann war es ein bisserl zäh Mitte Saison. Aber jetzt ist es von Rennen zu Rennen besser geworden“, erklärte der Tiroler, der schon in Bansko als Sechster gut angeschrieben hatte. Roland Leitinger bilanzierte mit Rang 13 (+1,76). „Teilweise ist das noch nicht der Speed, den ich für ganz vorne brauche“, wusste der Salzburger.

Dominik Raschner gelang der Sprung von Rang 26 auf 17, es ist sein bestes Riesentorlaufergebnis im Weltcup. „Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden, bei diesen Verhältnissen funktioniert das Material gut“, sagte der 26-Jährige. Christian Borgnaes wurde 29. Adrian Pertl (41.) und Thomas Dorner (48.) verpassten die Qualifikation für den zweiten Durchgang.

Am Samstag nicht am Start war wegen Rückenproblemen Marco Schwarz. Der WM-Dritte traf die Entscheidung nach dem Einfahren. „Die Rückenschmerzen sind noch zu groß. Beim Riesentorlauf muss man zu hundert Prozent fit und voll überzeugt sein, dass man auf den Ski draufsteigt“, sagte der Kärntner, der für den Slalom am Sonntag aber kein Problem sieht. „Es heißt, gut therapieren und gut aktivieren und fit sein für morgen.“

Er kann bereits den Gewinn der Slalom-Kristallkugel sicherstellen, zwei Rennen vor Schluss führt er mit 589 Zählern vor dem Schweizer Ramon Zenhäusern (443) und dem Norweger Sebastian Foss-Solevaag (405).


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