Mindestens fünf Tote bei neuen Protesten in Myanmar

In Myanmar sind bei Protesten gegen die Militärmachthaber am Sonntag mindestens fünf weitere Menschen getötet worden, nachdem am Samstag bereits mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen waren. Der geschäftsführende Chef der abgesetzten Zivilregierung, Mahn Win Khaing Than, erklärte unterdessen in einer auf Facebook veröffentlichten Rede, er werde versuchen, den Menschen gesetzlich das Recht zu verschaffen, sich selbst zu verteidigen.

In Bago nordöstlich der Wirtschaftsmetropole Yangon sei ein Demonstrant am Sonntag gegen 09.00 Uhr (Ortszeit) erschossen worden, berichtete ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Drei Menschen kamen zudem Augenzeugen zufolge in einem Stadtteil im Westen Yangons ums Leben, ein weiterer in Hpakant im nördlichen Staat Kachin.

In Myanmar hatte sich das Militär am 1. Februar ganz an die Macht geputscht. Seitdem gibt es immer wieder Massenproteste. Polizei und Armee reagieren zunehmend brutal. Mehr als 80 Menschen wurden bereits getötet, wie die Menschenrechtsorganisation Assistance Association for Political Prisoners (AAPP), schätzt. Etwa 2.100 Menschen wurden ihr zufolge zudem festgenommen.

Alleine Tausende Demonstranten kamen einem Augenzeugen zufolge am Sonntag in der Gemeinde Hlaing Thar Yar im Westen Yangons zusammen. Dort sollen drei der bisher für Sonntag gemeldeten Opfer getötet worden sein. „Wir protestieren gegen das Militär und stellen uns diesem brutalen Durchgreifen“, sagte der Demonstrant Nay Ko Lin der dpa. „Die vielen Tausend Demonstranten in unseren Gemeinden heute zeigen, dass wir Ungerechtigkeit nicht akzeptieren und Gerechtigkeit wollen.“

Mahn Win Khaing Than, der zusammen mit den meisten hochrangigen Beamten der regierenden Partei der Nationalen Liga für Demokratie auf der Flucht ist, wandte sich am Samstag in einer auf Facebook veröffentlichten Rede an die Öffentlichkeit und sagte: „Dies ist der dunkelste Moment der Nation und der Moment, in dem die Morgendämmerung nahe ist.“ Er kündigte an, die Zivilregierung werde versuchen, die erforderlichen Gesetze zu erlassen, damit das Volk das Recht erhält, sich zu gegen das militärische Vorgehen zu verteidigen.


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