SPÖ verliert Stadtchefs in Klagenfurt, Spittal und Hermagor

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Bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag in 28 Kärntner Gemeinden hat die SPÖ eine herbe Niederlage erlitten. Sie verlor nicht nur in Klagenfurt das Bürgermeisteramt, sondern auch in den Bezirksstädten Spittal/Drau und Hermagor. In Klagenfurt gewann der Vorgänger von Maria-Luise Mathiaschitz, der von der FPÖ zum Team Kärnten gewechselte Christian Scheider, deutlich. In Spittal siegte Gerhard Köfer (Team Kärnten) knapp, noch knapper gewann Leopold Astner (ÖVP) in Hermagor.

In Klagenfurt lag Scheider beim vorläufigen Ergebnis ohne Wahlkarten um 3.131 Stimmen vor Mathiaschitz, er erzielte 54,8 Prozent. Das Endergebnis inklusive Briefwahl fiel dann mit 53,5 zu 46,5 Prozent fast genauso deutlich aus. Er schnitt damit etwas besser ab als Mathiaschitz in der Stichwahl vor sechs Jahren, damals hatte sie 53,3 Prozent der Stimmen erhalten. Damit verliert die SPÖ nach sechs Jahren wieder die Landeshauptstadt. Die 64-jährige Mathiaschitz hatte vor der Wahl angekündigt, sich bei einer Niederlage aus der Politik zurückzuziehen.

In Spittal an der Drau holte das Team Kärnten von Parteichef Gerhard Köfer wie in Klagenfurt den Bürgermeister. Köfer gewann gegen Amtsinhaber Gerhard Pirih (SPÖ) mit 51,4 Prozent. Köfer war schon vor Pirih Stadtchef in Spittal gewesen. Er war einst bei der SPÖ, wechselte dann zum Team Stronach, das sich dann vom Parteigründer löste und in Team Kärnten umbenannte.

Auch in Hermagor verlor die SPÖ den Bürgermeistersessel. Stadtchef Siegfried Ronacher (SPÖ), der im ersten Wahlgang noch vorne gelegen war, verlor mit 101 Stimmen Unterschied gegen ÖVP-Herausforderer Leopold Astner. 2015 hatte sich Ronacher noch mit einem hauchdünnen Vorsprung von sieben Stimmen durchgesetzt.

Insgesamt waren in 28 Gemeinden Stichwahlen notwendig. In den Landgemeinden gab es dabei ebenfalls durchaus Überraschungen. So verloren in Kirchbach und Irschen sowie in Steuerberg und in St. Georgen am Längsee vier Langzeitbürgermeister ihr Amt. In der Stadt Bleiburg /Bezirk Völkermarkt) schaffte Stefan Visotschnig (SPÖ) die Wiederwahl, in Gmünd blieb Josef Jury im Amt, er kandidierte mit einer Namensliste, gehört aber zur FPÖ. In Bad Eisenkappel/Železna kapla löst Elisabeth Lobnik (SPÖ) Amtsinhaber Franz Josef Smrtnik von der Einheitsliste/Enotna lista ab. In St. Andrä im Lavanttal wiederum verteidigte SPÖ-Bürgermeisterin Maria Knauder ihr Amt. In Seeboden verlor die ÖVP den Bürgermeistersessel an die SPÖ, in Brückl war es genau umgekehrt.

Die SPÖ hält nun bei 53 Bürgermeistern, die ÖVP legte zu und hat nun 45 Gemeindeoberhäupter. Die FPÖ kommt auf 21, das Team Kärnten stellt vier. Die slowenische Einheitsliste/Enotna lista verlor einen ihren beiden Bürgermeister, dafür holte Bernard Sadovnik in Globasnitz/Globasnica die absolute Mehrheit.

ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz gratulierte in einer Reaktion, die ÖVP habe ihre „Vormachtstellung als die Bürgermeisterpartei in Österreich“ weiter ausgebaut. Sie stelle in Kärnten künftig mehr Bürgermeister als je zuvor, so Kurz in einer Aussendung. FPÖ-Chef Norbert Hofer erklärte in einer Aussendung, die Kärntner Freiheitlichen hätten ein wahlkampferprobtes und motiviertes Team. Er sei zuversichtlich, dass die Gemeinderatswahl „nur der Anfang für weitere positive Urnengänge“ gewesen sei.

Kärntens SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte allen 132 Bürgermeistern, den alten und den neuen. Zum Abschneiden seiner Partei meinte er, es sei sehr schmerzhaft, wenn man Wahlen verliere. In den drei großen Städten sei die SPÖ aber weiterhin stärkste Partei. Man werde sich künftig noch mehr anstrengen, versprach er. ÖVP-Obmann Martin Gruber betonte, man habe das Wahlziel erreicht. Die Volkspartei habe das beste Resultat seit 30 Jahren erzielt. FPÖ-Obmann Gernot Darmann sprach von einem „starken Zeichen der Freiheitlichen auf Gemeindeebene“. Der Parteichef des Team Kärnten, Gerhard Köfer, sagte, er sei „happy“, dieser Wahlsonntag sei ein „historischer Tag“.


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