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Tirols Bauern bleiben auf Kartoffeln sitzen: Endstation Biogasanlage gefördert

Volle Lager, keine Abnehmer: Das Land schießt Bauern jetzt 600.000 Euro zu. Unmut herrscht dabei über ausländische Ware.

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Tirols Bauern drohen auf vollen Lagern sitzen zu bleiben, befürchtet Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger.
© Tiroler Bauernbund

Innsbruck, Thaur – Vor wenigen Wochen war der Aufschrei ein großer: Tirols Erdäpfelbauern schlugen im gemeinsamen Takt mit der Landwirtschaftskammer (LWK) Alarm. Aufgrund fehlender Absatzmärkte in der durch den Corona-Lockdown geschlossenen Gastronomie und im Tourismus drohen sie auf ihren vollen Lagern sitzen zu bleiben. Nahversorger seien aufgerufen, die heimische Ware aufzukaufen, die Verwertung hochwertiger Tiroler Produkte in einer Biogasanlage sei „keine Option“, sagte damals LWK-Präsident Josef Hechenberger.

Wenige Wochen später greift die Landesregierung den Bauern nun unter die Arme. Mit einer neu geschaffenen Förderschiene in der Höhe von 600.000 Euro. Diese wurde am Dienstag beschlossen. Die „Beihilfe für die Verwertung von Lagerbeständen“, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt, betrifft Kartoffeln, Gemüse und Obst.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine Bestandsaufnahme von Mitte Jänner. Damals saßen Tirols Bauern noch auf 357 Tonnen Äpfel, 2432 t Kartoffeln, 225 t Weiß- und 51 t Blaukraut, 128 t Karotten, 73 t Rohnen und 89 t Sellerie in den Lagern.


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