Kleines Infektionsrisiko: Handel wehrt sich gegen Aus

Wenige Infektionen lassen sich auf den Handel rückschließen. Der Wirtschaftsbund warnt vor erneuter Schließung.

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Laut einer Untersuchung gibt es wenig Corona-Infektionen in Geschäften, weder bei Käufern noch bei Mitarbeitern.
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Wien – Der Handel ist kein Corona-Hotspot, wie aktuelle AGES-Clusteranalysen klar belegen. 68 Prozent aller Infektionen passierten zuletzt im Haushalt, 15 Prozent in der Freizeit. Für Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zeigt die Praxis, dass die Corona-Sicherheitsmaßnahmen in Geschäften nicht zu einer Zunahme an Infektionen beitragen. Auch das Infektionsrisiko bei der Arbeit im Einzelhandel sei nicht erhöht, im Gegenteil. Laut einer Studie der deutschen Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) sind zwischen Mitte März und Ende Oktober 2020 im deutschen Einzelhandel etwa 0,6 Prozent der Beschäftigten am Coronavirus erkrankt.

Die Zahl der Corona-infizierten Beschäftigten in den Handelsbetrieben liege immer weit unter dem nationalen Durchschnitt. „Zahlreiche Betriebe mit mehreren hundert Beschäftigten hatten nicht einen einzigen Corona-Fall zu verzeichnen“, so Will. Die US-Universität Stanford ließ wissen, dass Geschäftsschließungen de facto keinen Effekt auf das Corona-Infektionsgeschehen haben.

Der Wirtschaftsbund sieht die aktuelle Diskussion um die Rücknahme der Öffnungsschritte beim Handel und den persönlichen Dienstleistern angesichts leicht steigender Infektionszahlen als mehr als fragwürdig an. Die Schutzmaßnahmen im Handel und die Eintrittstests funktionierten, ein erneuter Lockdown wäre wirtschaftlich und psychisch eine Katastrophe. „Da werden auch die besten Wirtschaftshilfen nur wenig helfen“, betont WB-Generalsekretär Kurt Egger. Pro Woche Lockdown errechnete der Handel einen Verlust von bis zu einer Milliarde Euro. (TT)

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