Tiroler Gold-Duo gibt zum Saisonfinale nochmals Gas

Die ÖSV-Kombinierer Johannes Lamparter und Lukas Greiderer sind heiß auf den Weltcup in Klingenthal und blicken auf Olympia voraus.

  • Artikel
  • Diskussion
Mit einem negativen Corona-Test im Gepäck machten sich Greiderer 
(vorne) und Lamparter am Donnerstag auf den Weg zum Weltcupfinale.
© greiderer

Von Benjamin Kiechl

Ramsau – „Die Goldene“, sagt Lukas Greiderer gewohnt lässig, „habe ich zuhause über ein Bild gehängt.“ Wo genau der Teamsprint-Weltmeister von Oberstdorf seine Medaille letztlich in der Wohnung positionieren wird, wisse er noch nicht. „Das kann ich mir nach der Saison überlegen“, meint der 27-Jährige, der auch Team-Bronze aus dem Allgäu mitgenommen hat. „Bei mir hat es mit den Medaillen länger gedauert. Ich denke, dafür kann ich den Erfolg ganz gut einordnen und realisieren“, spielt der Absamer auf seine große Routine an.

Sein Teamkollege, der 19-jährige Rumer Johannes Lamparter, avancierte indes zum Superstar der WM. Mit dem Einzel-Weltmeistertitel von der Großschanze und Gold im Teamsprint setzte sich „Jo“ in seiner noch jungen Karriere die Krone auf. Nach der WM-Zielflagge wurde das Tiroler Duo herumgereicht, aufgrund der Pandemie ging sich nur ein Empfang im engsten Familienkreis aus.

Seit einigen Tagen befinden sich die Kombinierer wieder in Ramsau (Stmk.) zur Vorbereitung auf das Weltcup-Finale im deutschen Klingenthal (Samstag und Sonntag). Zwar ist die Schanze bereits geschlossen, zum Langlaufen gehe es im WM-Ort von 1999 dafür „super“, bestätigt Greiderer, den die strenge Einreiseregelung von Tirol nach Deutschland nach eigenem Bekunden „anzipft“.

Nach der Absage von Schonach springt Klingenthal für den Weltcup ein. Greiderer konnte im Vogtland bei der WM-Generalprobe mit Schanzenrekord und Platz drei aufzeigen. „Ich bin voll motiviert und fühle mich gut. Wenn man in Form ist, liegt einem jede Schanze.“ Ein Podestplatz zum Abschluss wäre das i-Tüpferl. Greiderer und Lamparter warten noch auf den ersten Weltcupsieg.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Auf ihren Erfolgen ausrasten wollen sich die Senkrechtstarter der Saison auf keinen Fall. „Der Blick ist schon auf die Olympia-Saison gerichtet“, verrät Lamparter, der mit der Herausforderung wächst. Denn eigentlich war Junioren-WM-Gold in diesem Winter sein großes Ziel. „Dass ich jetzt auch bei den Großen Gold geholt habe, fühlt sich wie ein Traum an!“

Bei den Winterspielen 2022 in China geht es hoch hinaus. Die Schanze und Langlaufstrecke in Zhangjiakou liegen auf rund 1500 Metern. Greiderer will sich im Sommer beim Höhentraining im Kühtai akklimatisieren und hat ein Ass im Ärmel. „Meine Freundin Anna kommt aus St. Sigmund im Sellrain, das liegt ungefähr gleich hoch. Da werde ich diesen Sommer wohl öfters übernachten!“

Skispringen: Während es für die Herren erst nächste Woche (25. bis 28.3.) beim Skifliegen in Planica weitergeht, starten die Damen in Russland in die Blue-Bird-Tournee. Am Samstag stehen in Nischni Tagil die Qualifikation und im Anschluss das Einzel an, am Sonntag folgt ein weiterer Bewerb. Das Finale geht in Tschaikowski über die Schanze. Marita Kramer hat damit noch vier Chancen, um sich die Gesamtführung zurückzuholen und sich für die beiden vierten Plätze in den WM-Einzelbewerben zu entschädigen. Der Rückstand auf die Führende Nika Križ­nar (SLO) beträgt 151 Punkte. Coach Harald Rodlauer: „Wir werden alles daransetzen.“

ÖSV-Skispringerin Marita Kramer will bei der Russland-Tournee ihren 151-Punkte-Rückstand im Gesamtweltcup noch aufholen.
© gepa

Kommentieren


Schlagworte