Wiener Galerien mit Meese, „Imagine“ und Landschaften

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Seit gut sechs Wochen hat der Handel in Österreich wieder geöffnet - und damit auch der Kunsthandel. Der Andrang hält sich dabei jedoch in Grenzen, wie ein APA-Rundgang durch aktuelle Ausstellungen zeigt. Wer nicht mit Blockbustern wie der Jonathan Meese-Schau in der Galerie Krinzinger aufwartet, verbringt derzeit viel Zeit in leeren Räumen. Dabei gibt es von südafrikanischer Kunst bei Hilger bis zu digitalen Landschaften von Johannes Deutsch bei Feichtner allerhand zu sehen.

Für Pandemie-Verhältnisse herrscht in der Galerie Krinzinger ein reges Kommen und Gehen. Ein älteres Ehepaar verlässt die Galerie gerade mit einem Katalog unter dem Arm, vor der Tür stehen bereits zwei junge Frauen, die sich noch schnell die FFP2-Maske im Gesicht richten. Mit Jonathan Meeses „Die Dr. Mabusenlolita (Zwischen Abstraktion und Wahn)“ zeigt man seit einer Woche neue Arbeiten des Enfant terrible der deutschen Kunstszene.

Ursprünglich war die Schau parallel zu Meeses „Universums-Uraufführung“ im Volkstheater geplant, wie Lisa Pehnelt beim APA-Besuch in der Galerie Krinzinger erläutert. Doch wann das Stück mit dem Titel „KAMPF-L.O.L.I.T.A. (EVOLUTION IST CHEF) oder L.O.L.I.T.A. D.Z.I.O. (ZARDOZ FLIEGT WIEDER!)“ auf der Bühne zu sehen sein wird, ist nach wie vor offen. Fix ist lediglich eine Performance am 12. Mai, die zur Not nur online gestreamt wird.

Schlängelt man sich in der Galerie Krinzinger durch die krass-bunten Bilderwelten und verstörenden Skulpturen, fällt schnell auf, dass fast alle der 46 Werke im Jahr 2021 entstanden sind. Meese habe in den vergangenen zwei Monaten „wie ein Wahnsinniger“ an der Ausstellung gearbeitet, erzählt Pehnelt. Da finden sich neben großformatigen Gemälden wie „Fräulein Luziferz“ oder „Trauma ‚Keine Kunst‘!“ auch bemalte Schaufensterpuppen (u.a. „Giraffenlolita“) oder ein Pavillon, an dessen Stangen - Pandemie sei Dank! - ein Kartoffelsack mit leeren Klopapierrollen hängt.

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Unter dem so bitter nötigen Titel „Imagine“ präsentiert die Galerie Hilger seit kurzem Arbeiten des südafrikanischen Künstlers Cameron Platter. Viele seiner knallbunten Buntstift-Arbeiten thematisieren die junge Gesellschaft seines Heimatlandes, wie Galerist Michael Kaufmann beim APA-Rundgang erläutert. Mit Arbeiten wie „Madame Zungu“ oder „Believe in Miraces“ greift er in Südafrika weitverbreitete Plakate von Wunderheilern auf, die den jungen Menschen „alles Mögliche versprechen“, so Kaufmann. Dazu gibt es unter dem Titel „Empty Promises“ auch eine Digitalprint-Edition.

Zu sehen ist aber auch eine während einer Residency in Miami entstandene Serie, in der Platter das Medium wechselt und den quietschbunten Buntstift gegen den Pinsel getauscht hat, um scheinbar schnell hingeworfene Pinselstriche zu setzen. Die deutlich abstrakteren Arbeiten tragen Titel wie „Blue Butt“ oder „Nude Descending“. An der gegenüberliegenden Wand finden sich zwei Werke, die den Käufer dazu ermächtigen, dasselbe Motiv von einem lokalen Künstler an die eigene Wand malen zu lassen. Sprechender Titel: „Need Money“. Apropos lokale Künstler: Mit diesen arbeitetet er für seine Holzskulpturen zusammen, um seine Landsleute zu unterstützen.

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