Praktische Mopedprüfung soll Unfälle reduzieren

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Für Jugendliche ist das Moped ein wichtiges Transportmittel.
© Parigger

Wien, Eisenstadt, Innsbruck – Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) fordert dringend die Einführung einer praktischen Führerscheinprüfung für Mopedlenker. Rund ein Drittel aller 15-jährigen Jugendlichen in Österreich erwirbt den Mopedführerschein. Damit verbunden ist allerdings nicht nur ein großer Schritt zur selbstständigen Mobilität, sondern auch ein hohes Unfallrisiko, wie das KFV betont: Etwa jeder achte Besitzer eines Mopedführerscheins verunglückt im Alter von 15 bis 17 Jahren mindestens einmal bei einem Mopedunfall. Konkret verunfallen Jahr für Jahr mehr als 2300 Jugendliche im Alter von 15 bzw. 16 Jahren mit dem Moped – damit entfallen rund 60 Prozent aller jährlichen Mopedunfälle auf diese Altersgruppe.

Die Folgen der Unfälle sind dramatisch: Jährlich verunglücken fünf Jugendliche im Alter von 15 bzw. 16 Jahren bei Mopedunfällen tödlich, 350 verletzen sich schwer. In Tirol wurden 2019 bei Mopedunfällen 193 15- bzw. 16-Jährige leicht und 32 schwer verletzt.

„Das Moped stellt für viele Jugendliche einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit dar und bietet besonders im ländlichen Raum eine wertvolle Möglichkeit zur selbstständigen Mobilität“, sagt Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im KFV. Auf der anderen Seite sei man allerdings mit den enorm hohen Unfallzahlen konfrontiert. Bis heute gibt es für den Mopedführerschein keine praktische Prüfung.

Im Burgenland wurde 2019 das Pilotprojekt „MoPPPed – Pilotversuch Praktische Prüfung Moped“ umgesetzt. Ziel war es, festzustellen, wie jugendliche Führerscheinneulinge, die vor Kurzem einen Mopedführerschein (AM) erworben haben, bei einer praktischen Prüfung, wie sie für den Motorradführerschein (A1) vorgesehen ist, abschneiden würden. Während im Burgenland im Schnitt nur einer von 40 Kandidaten bei der A1-Fahrprüfung durchfällt, scheiterten von den 85 Mopedkandidaten 58 Prozent.

Teils waren es lebensgefährliche Fehler, die zur Prüfungsniederlage führten: Vorrangverletzungen oder mangelhafte Blicktechnik im Bereich von Querungsstellen wie Kreuzungen, Kreisverkehre, Zebrastreifen und besonders häufig bei Eisenbahnkreuzungen. Sowohl „2S-Blicke“ als auch die Sicherungsblicke an Querungsstellen wurden gar nicht oder nur mangelhaft ausgeführt. Die Wahl der Fahrgeschwindigkeit war ein zweiter Problemkreis. (TT)


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