Pinturault gewann Gesamtweltcup und Riesentorlaufwertung

Alexis Pinturault ist erstmals in seiner Karriere Gesamtweltcupsieger. Der Franzose sicherte sich an seinem 30. Geburtstag als Gewinner des letzten Riesentorlaufs der alpinen Ski-Weltcupsaison in der Lenzerheide vorzeitig die Trophäe, da der einzige verbliebene Konkurrenz Marco Odermatt aus der Schweiz über Rang elf nicht hinauskam. Außerdem holte sich Pinturault ebenfalls am Samstag zum ersten Mal die kleine Kristallkugel für die Riesentorlaufwertung.

Pinturault zeigte Nervenstärke und sicherte sich den Rennsieg vor dem Kroaten Filip Zubcic (+0,20 Sek.) und seinem Landsmann und Weltmeister Mathieu Faivre (+0,21). Stefan Brennsteiner wurde Vierter (+0,46). Marco Schwarz landete auf Rang 13 (+1,59), Manuel Feller (18.) und Junioren-Weltmeister Lukas Feurstein (19.) blieben ohne Punkte. Roland Leitinger war bereits im ersten Durchgang ausgeschieden.

„Es war immer ein großes Ziel, den Gesamtweltcup zu gewinnen. Da war Marcel Hirscher, der stärker war als ich, und ich war öfters Zweiter. Aber ich habe es immer probiert. Ich bin sehr zufrieden, das ist heute mit viel Emotion verbunden“, sagte Pinturault, der der dritte französische Gesamtweltcupsieger nach Jean-Claude Killy (1967, 1968) und Luc Alphand (1997) ist.

Speziell in den vergangenen Wochen habe sich der Druck stark aufgebaut, erklärte Pinturault, der den Erfolgslauf von Odermatt mitansehen musste. „Ich musste heute nur Gas geben und weniger denken, aber das ist nicht so einfach. Ich denke, ich habe heute die Lösung gefunden. Das war vielleicht heute eine meiner größten Leistungen.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Er habe auch bein bisschen Glück gehabt, dass Abfahrt und Super-G beim Finale wegen des Wetters abgesagt wurden. „Aber ich muss auch daran denken, dass es im letzten Jahr in die andere Richtung ging, als wegen der Covid-Situation abgesagt wurde. Es heißt, es kommt alles zurück, und so ist es.“ 2020 wurde er Zweiter hinter dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde, 2019 hinter Hirscher. Zudem war er auch bereits dreimal Dritter.

Groß war die Enttäuschung bei Odermatt, der als Disziplinführender in das Rennen gegangen war. „Das war schwierig heute, ich bin schon sehr enttäuscht. Es wollte heute noch nicht sein. Aber Alexis hat es sich verdient, er war ja schon ein paarmal in meiner Situation.“

Brennsteiner lieferte nach zwei dritten Rängen in diesem Winter abermals ein Spitzenergebnis ab, er beendete die Disziplinwertung als Sechster. „So könnte es weitergehen, aber es ist auch gut, dass jetzt Zeit ist, ein bisschen zu regenerieren“, sagte der Salzburger. Zu Pinturault meinte er: „Er hat es sich mehr als verdient. Eigentlich unfassbar, dass so ein Skifahrer erst jetzt eine hat. Da sieht man, wie schwer das ist.“

Im Gesamtweltcup wird es am Sonntag im Kampf um Rang drei nochmals spannend. Schwarz übernahm diese Position mit 14 Zählern Vorsprung auf den Schweizer Loic Meillard, dies gilt es im Slalom zu verteidigen. Mit dem am Samstag so drehend gesetzten Riesentorlauf hatte der WM-Dritte in dieser Disziplin keine Freude. „So eine drehende Kurssetzung auf dieser Piste ist extrem schwierig. Da habe ich mir schwer getan und mich auch nicht wohlgefühlt.“


Kommentieren


Schlagworte