Dutzende Festnahmen bei Anti-Lockdown-Protesten in London

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Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen sind in London dutzende Menschen festgenommen worden. Tausende Demonstranten marschierten am Samstag vom Hyde Park durch das Stadtzentrum. Nach dem Ende des Protestmarsches kehrten rund 100 Demonstranten in den Hyde Park zurück, lieferten sich Handgemenge mit Polizisten und bewarfen die Beamten mit Flaschen und Dosen. Auch in vielen anderen europäischen Ländern wurde am Samstag gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert.

In Schweden ging die Polizei rigoros gegen kleinere Kundgebungen vor, im niederländischen Amsterdam und dem deutschen Kassel wurden Wasserwerfer eingesetzt. In den italienischen Metropolen Turin, Venedig und Rom wurde unter anderem mit demonstrativen Umarmungen für ein Ende der Corona-Beschränkungen demonstriert. Auch in Kroatien, Serbien und Rumänien gab es Demos. In London wurden bis zum Abend 33 Menschen festgenommen.

Mit mehr als 20.000 Teilnehmern war die Anti-Corona-Demo im nordhessischen Kassel die größte. Eigentlich hatte die Stadt nur 6.000 Teilnehmer auf einem Platz am Stadtrand zugelassen. Es kamen mehr als drei Mal so viele, sie trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und zogen dann auch illegal durch die Innenstadt, wo es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten und mit der Polizei kam. Die Beamten setzen auf den Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Wasserwerfern, mehrere Menschen seien festgenommen worden. Die SPD kritisierte das Zulassen des Demonstrationszuges durch die Stadt als „ein absolut unverständliches Zurückweichen des Staates“.

Kleiner fielen die Demonstrationen im leidgeprüften Italien aus. Rund 70 Personen skandierten im römischen Vorort Ostia „Freiheit, Freiheit!“ und umarmten sich demonstrativ vor den Polizisten. Als diese nach einer entsprechenden Aufforderung durch die Demonstranten ihre Helme abnahmen, erhielten sie spontan Applaus. Spannungsgeladener war die Situation in Venedig. Dort verweigerten einige Demonstranten die Personenkontrolle durch die Polizei, einige versuchten, die Polizeisperre zu durchbrechen. Im norditalienischen Turin wurden etwa 40 Personen bestraft, die bei ihrem Protest im Stadtzentrum keine Maske trugen. Eine Person wurde wegen Widerstand gegen die Polizei angezeigt, ein Polizist wurde an einer Hand leicht verletzt, berichteten italienische Medien.

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In Amsterdam vertrieb die Polizei die Teilnehmer einer nicht genehmigten Kundgebung mit Wasserwerfern vom zentralen Platz vor dem Reichsmuseum. Rrund 1.000 Demonstranten seien am Rand des historischen Grachtenviertels eingekesselt worden, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete. Viele von ihnen wurden dann mit Bussen an den Stadtrand gebracht. Über Festnahmen gab es zunächst keine Angaben.

Auch in Schweden gingen die Sicherheitsbehörden rigoros gegen die Demonstrationen vor. Sowohl in der Hauptstadt Stockholm als auch in Göteborg und Malmö seien die Proteste am Samstag von den Beamten gestoppt worden, weil sie gegen die maximal zulässige Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen verstoßen haben. In Göteborg waren demnach 50 bis 70 Menschen dabei gewesen, in Malmö etwa 200. In Stockholm sprach die Zeitung „Aftonbladet“ von 200 bis 300 Teilnehmern.

Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen fanden auch in Kroatien und Serbien statt. In der serbischen Hauptstadt Belgrad füllten die Demonstranten den zentralen Platz der Republik. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb sowie in Osijek und in den Adria-Städten Split, Dubrovnik, und Sibenik gingen Tausende Menschen auf die Straße und trugen dabei mehrheitlich keinen Mund-Nasen-Schutz. Unter anderem in Split bezeichneten die Demonstranten die Maskenpflicht als „Tyrannei“.

Kroatien hat im Vergleich zu anderen EU-Staaten mildere Corona-Maßnahmen. So ist etwa die Innengastronomie geschlossen, jene unter freiem Himmel aber erlaubt. In Serbien wurden vor zwei Wochen Restriktionen für die Wochenenden eingeführt: Geschäfte, Gaststätten und Dienstleistungsbetriebe müssen von Samstag 12.00 bis Montag 6.00 Uhr schließen.

Auch in der rumänischen Hauptstadt Bukarest und fünf weiteren Städten des EU-Staates gingen am Samstag Corona-Skeptiker ohne Mund-Nasen-Schutz auf die Straße. In Bukarest sowie im siebenbürgischen Cluj (Kolozsvar/Klausenburg) gehörten prominente Mitglieder der neuen extrem rechten Parlamentspartei AUR zu den Teilnehmern der Kundgebungen. Häufig sichtbar waren auch religiöse Symbole. Viele christlich-orthodoxe Gläubige sind mit den Einschränkungen für Gottesdienste unzufrieden.

Demonstriert wurde auch im siebenbürgischen Brasov (Kronstadt), in den Städten Constanta und Galati sowie im westrumänischen Timsoara (Temeswar), das zu den größten Infektionsherden des Landes gehört. Die Polizei kündigte an, mit Bußgeldern gegen jene Demonstranten vorzugehen, die die Maskenpflicht und die Abstandsregeln verletzten.


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