ÖFB geht von Abstellung aller Legionäre für WM-Quali aus

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Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) ist äußerst zuversichtlich, am Donnerstag in Schottland mit dem bestmöglichen Kader in die WM-Qualifikation starten zu können. Teamchef Franco Foda kann entgegen der ursprünglichen Befürchtungen aller Voraussicht nach bereits im ersten der drei März-Länderspiele auf alle seine Deutschland-Legionäre zurückgreifen. Einige abschließende Gespräche mit deren Arbeitgebern waren laut ÖFB am Samstagabend noch zu führen.

Sein endgültiges Aufgebot will Foda am Sonntagvormittag fixieren. „Wir führen noch Gespräche, es schaut aber sehr gut aus“, sagte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold nach einer internen Verbandssitzung am Samstagabend der APA - Austria Presse Agentur. Man habe bisher fast ausschließlich positives Feedback erhalten. „Wir haben sehr viele Zusagen von sehr vielen Clubs. Wir gehen davon aus, dass wir mit allen Spielern, die fit sind, in diese Länderspiele gehen können.“ Nach dem Gastspiel in Schottland trifft das ÖFB-Team noch in Wien auf die Färöer (28. März) und Dänemark (31. März).

In Fodas provisorischem 43-Mann-Kader befinden sich nicht weniger als 19 Deutschland-Legionäre. Definitiv in allen drei Partien zur Verfügung stehen Topstar David Alaba und Aufsteiger Sasa Kalajdzic. Das bestätigten Bayern-München-Coach Hansi Flick bzw. Kalajdzic‘ Arbeitgeber VfB Stuttgart bereits am Samstag. Die deutsche Bundesregierung hatte zuvor die Reisebeschränkungen für Großbritannien gelockert, weil das Land vom Robert-Koch-Institut nicht mehr als Virusvariantengebiet, sondern als Risikogebiet eingestuft ist. Rückkehrer müssen damit nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne.

Von ihrer Abstellungspflicht sind die Clubs vom Weltverband FIFA für die März-Länderspiele nur dann entbunden, wenn Spieler nach ihrer Rückkehr aufgrund der gültigen Bestimmungen mindestens fünf Tage in Quarantäne müssen. „Die Voraussetzungen haben sich komplett verändert, das wissen auch die Clubs“, sagte Neuhold. Man wolle aber am „partnerschaftlichen Zugang“ festhalten und die Vereine weiter in die Überlegungen einbinden.

Die Gespräche mit den Clubs führen primär Foda und Sportdirektor Peter Schöttel. Dem Duo fällt auch die Aufgabe zu, mehr als einem Dutzend vornominierter Akteure - vorwiegend aus der heimischen Liga - bis Sonntagvormittag mitzuteilen, es nicht ins endgültige Aufgebot geschafft zu haben. „Wir sind zuversichtlich, mit dem stärksten Kader in die WM-Qualifikation starten zu können“, erklärte Neuhold. „In den vergangenen 24 Stunden sind wir massiv weitergekommen.“

Der finale Kader werde laut Neuhold etwas größer sein als die sonst üblichen 23 Akteure. Der Grund dafür sind einige gesundheitliche „Fragezeichen“, die etwa Hoffenheims Stefan Posch nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung, den angeschlagenen Mainz-Angreifer Karim Onisiwo oder Martin Hinteregger betreffen. Letzterer soll laut Frankfurt-Trainer Adi Hütter zwar zum ÖFB-Team reisen. Realistische Hoffnungen auf einen Einsatz bestehen wegen seiner Oberschenkelverletzung aber wohl erst gegen Dänemark. Hütter: „Wenn es ein Risiko ist, wird er sicherlich nicht spielen.“

Dafür wird auch Lorient-Legionär Adrian Grbic entgegen ursprünglicher Annahmen schon beim Auftakt in Schottland dabei sein können, bestätigte Neuhold. Basis ist ein Erlass des französischen Sportministeriums wonach Spieler, die von offiziellen Partien außerhalb der EU bzw. des EWR zurückkehren, von der sonst für diesen Raum gültigen siebentägigen Quarantäne ausgenommen sind, wenn sie sich an strenge Hygienemaßnahmen - darunter etwa tägliche PCR-Tests auf das Coronavirus - halten.

In Deutschland liegt die Letztentscheidung für Corona-Maßnahmen trotz aller Vorgaben des Bundes bei den lokalen Gesundheitsbehörden. Weil das Gesundheitsamt Freiburg nach der Rückkehr eine fünftägige Quarantäne vorschreibt, muss Philipp Lienhart bereits vor dem Dänemark-Spiel vom ÖFB-Team abreisen. Für die Partien in Schottland und gegen Färöer steht der Verteidiger des SC Freiburg laut Neuhold aber zur Verfügung.


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