Proteste im Kerzenschein gegen Militärregierung in Myanmar

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Bei Protesten gegen die Militärjunta in Myanmar sind auch am Wochenende erneut zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Rund sieben Wochen nach dem Putsch sei die Zahl der Toten auf mindestens 247 gestiegen, teilte die Gefangenenhilfsorganisation AAPP auf Twitter mit. Die tatsächliche Zahl sei wahrscheinlich weitaus höher. Trotz der Brutalität der Sicherheitskräfte gingen auch am Sonntag wieder Tausende in dem südostasiatischen Land auf die Straße.

In vielen Städten des Landes veranstalteten die Menschen Proteste bei Kerzenlicht. Laut einer Auflistung in sozialen Medien fanden über Nacht fast 20 Proteste statt, von der Großstadt Yangon bis zu kleinen Gemeinden in Kachin im Norden und der südlichsten Stadt Kawthaung. In Yangon griffen die Sicherheitskräfte rasch ein. „Sie benutzen Blendgranaten“, schrieb ein Nutzer auf Facebook.

Hunderte Demonstranten, darunter viele Mediziner in weißen Kitteln, gingen in der zweitgrößten Stadt Mandalay kurz vor Sonnenaufgang auf die Straßen. An einigen Orten gesellten sich buddhistische Mönche mit Kerzen zu den Protestierenden. Einige Demonstranten formten den Drei-Finger-Protestgruß aus Kerzen.

„Ich werde niemals aufgeben. Wir haben versprochen, dass ihr Tod nicht umsonst war“, sagte ein Anwohner bei der Beisetzung von zwei Opfern auf einem Friedhof der einstigen Hauptstadt Yangon der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind gekommen, um den Helden unseres Viertels Respekt zu zollen. Sie haben ihr Leben für Gerechtigkeit und Freiheit unseres Volkes geopfert.“ Mehrere Medien berichteten, bei den jüngsten Demonstrationen in Yangon sei ein 15-jähriger Schüler durch einen Kopfschuss von Soldaten getötet worden.

„Das sind keine Soldaten oder Polizisten mehr, das sind Terroristen“, sagte ein Demonstrant der dpa. Sicherheitskräfte hätten Autos angehalten und die Insassen gezwungen, sich auf den Boden zu werfen. „Sie versuchen, uns unsere Würde zu nehmen.“

Das Militär hatte nach dem Putsch vom 1. Februar im früheren Birma die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi in Gewahrsam genommen und einen einjährigen Ausnahmezustand verhängt. Die Demonstranten fordern die Rückkehr zu demokratischen Reformen und die Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November klar gewonnen. In den vergangenen Jahren stand sie an der Spitze einer Regierung, an der auch das Militär mit Ministerposten beteiligt war.


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