Österreich-Koproduktion „Quo vadis, Aida?“ ausgezeichnet

Die österreichische Koproduktion, Jasmila Zbanics Kriegsdrama „Quo vadis, Aida?“, ist beim 25. Sofia International Film Festival als Bester Balkan-Film ausgezeichnet worden. Der Streifen ist in der Kategorie Bester Auslandsfilm für Bosnien-Herzegowina im Rennen um einen Oscar. Zum Besten Film wurde in Sofia am Samstagabend „The Pink Cloud“ des brasilianischen Regisseurs Iuli Gerbase gekürt.

„Quo vadis, Aida?“ erhielt den Zuschlag einer internationalen Jury unter dem Vorsitz des israelischen Produzenten und Regisseurs Doron Eran. Die Bosnierin Zbanic ist mit ihrer Arbeit auch für die britischen Filmpreise (BAFTAs) als beste Regisseurin nominiert. Zbanic blickt in dem Film auf eines der verdrängten, vergessenen Traumata der jüngeren Geschichte: Das Massaker von Srebrenica.

Damals wurden 1995 im Bosnien-Krieg in der Muslim-Enklave Srebrenica rund 8.000 Männer und Buben von serbischen Truppen getötet. Die Truppen hatten zuvor die UNO-Schutzzone einfach überrannt. Bis heute wurden noch nicht alle Leichen geborgen und identifiziert. Auch gerichtlich ist das größte, von den Vereinten Nationen als Völkermord eingestufte Massaker in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht völlig aufgearbeitet.

„Quo vadis, Aida?“ ist eine Koproduktion von acht Ländern. Neben Bosnien und Österreich waren auch Rumänien, die Niederlande, Deutschland, Polen, Frankreich und Norwegen beteiligt. „The Pink Cloud“ des Brasilianers Gerbase ist eine Dystopie, in der eine mysteriöse rosa Wolke über die Erde zieht und gezielt Menschen tötet.


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