Grabmal von Kaiser Maximilian: Aus dem Schatten ins Licht gerückt

Neue Sicht durch neues Licht auf Kaiser Maximilians Leben, das auf seinem Kenotaph nacherzählt wird.

Ein neues Lichtkonzept macht die Marmorreliefs von Maximilians Kenotaph besser lesbar.
© innsbruck information/berger

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Montiert wurde das Licht, das die Marmorreliefs von Kaiser Maximilians Kenotaph in der Innsbrucker Hofburg nun raffiniert plastisch durchpulst, zwar schon im November, dass das Projekt erst gestern offiziell präsentiert wurde, ist allerdings kein Zufall: nämlich exakt am 562. Geburtstag des legendären Tiroler Landesfürsten. Dem es sicher gefallen hätte, dass die knapp 140.000 Menschen, die jährlich sein – leeres – „Grab“ besuchen, anhand der 24 in weißen Marmor geschnittenen Szenen nun alles Wesentliche aus seinem bewegten Leben erfahren. Von seiner Vermählung mit Maria von Burgund genauso wie seiner Krönung zum römischen Kaiser 1486 oder seinem triumphalen Einzug in Wien vier Jahre später.

War die „gedechtnus“ Maximilian doch sehr wichtig. Wobei sich diese nicht nur auf seine Person beschränken sollte, sondern sein ganzes „Geschlecht“, das römische Cäsaren und Heilige des Hauses Habsburg genauso miteinbezog wie konkrete Vorfahren und Vorfahrinnen. Die, in Bronze gegossen, als „Schwarze Mander“ sein Grabmal umstehen sollten. Ein groß angelegtes Projekt, das allerdings nie für Innsbruck geplant war und durch den plötzlichen Tod Maximilians 1519 ein Torso bleiben sollte. Als dessen exquisite architektonische Hülle sein Enkel Ferdinand I. um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Hofkirche erbauen ließ.

Angelegt als Gesamtkunstwerk, das nicht zuletzt wegen der 28 „Schwarzen Mander“ und der 23 auf der Brüstung der Empore stehenden Heiligenstatuetten neben dem Goldenen Dachl Innsbrucks touristische Attraktion Nr. 1 ist.

Die Marmorreliefs erzählen von Kaiser Maximilians bewegtem Leben.
© innsbruck information/berger

Die sich über viele Jahre hinziehende aufwändige Renovierung von Maximilians Kenotaph wurde 2003 abgeschlossen. Inklusive der zum größten Teil vom Niederländer Alexander Colin geschaffenen Marmorreliefs, als deren Vorlage Maximilians monumentales Holzschnittwerk „Ehrenpforte“ gilt. Die bisher allerdings vom wunderbaren – vom Prager Hofschlosser Jörg Schmiedhammer 1573 fertiggestellten – Renaissancegitter, das den Kenotaph sozusagen schützend umstellt, etwas in den Schatten gestellt wurden.

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Um nun durch ein von den Lichtkünstlern von Bartenbach ausgetüfteltes Beleuchtungskonzept raffiniert aufgewertet zu werden. Durch hinter dem Gitter versteckte LED-Spots, die unterschiedlich intensiv die Reliefs bestrahlen und während Gottesdiensten dimmbar sind. Knapp 35.000 Euro hat das erleuchtende Projekt gekostet, die sich Innsbruck Tourismus als dessen Anzettler mit der Landesgedächtnisstiftung und dem Land Tirol teilen. In weiteren Schritten soll über ein neues Lichtkonzept für die ganze Hofkirche, aber auch den Zugang bzw. die Information zum Grabmal Maximilians nachgedacht werden.


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