Knalleffekt in Rum: Josef Karbon als neuer Ortschef gewählt

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Die Altbürgermeister Edgar Kopp (l.) und Hans Tanzer (r.) sagten zu, ihren Erfahrungsschatz mit Josef Karbon teilen zu wollen.
© Domanig

Rum – Gerüchte kursierten durchaus – dennoch ist es eine mittlere Sensation: Der neue Rumer Bürgermeister heißt Josef Karbon. Der 52-Jährige erreichte gestern Abend bei der Wahl im Gemeinderat elf von 18 gültigen Stimmen, Franz Saurwein (Zukunft Rum – VP) sieben.

Es war ein fast schon historischer Moment – schließlich hieß der Ortschef stolze 34 Jahre lang Edgar Kopp –, aber eben auch ein verblüffender: Denn Kopps „SP Rum und Parteifreie“, mit neun Sitzen die weitaus stärkste Fraktion im Gemeinderat, schickte keinen eigenen Kandidaten ins Rennen, sondern unterstützte geschlossen Karbon. Dieser war 2016 kurzfristig mit seiner eigenen Liste „Das neue Rum“ zur Wahl angetreten und sitzt seither als deren einziger Vertreter im Gemeinderat.

In einem ersten Statement dankte Karbon, Vater von vier Kindern und bekannter Tischlereiunternehmer, seiner Familie, seinen Unterstützern und der Rumer SPÖ-Parteivorsitzenden Sabine Hölbling. Diese habe sich „in vielen Gesprächen und mit sehr viel Diplomatie“ bemüht, die für Rum beste Lösung zu finden. „Mir war anfangs gar nicht klar, dass ich selbst Teil dieser Lösung sein würde.“ Doch man teile „die gleichen Werte und Ideale“.

Im Rumer Gemeinderat werde „mit Niveau, ohne Streit und sachlich an die Dinge herangegangen, ich hoffe, dass das weiterhin so bleibt“, ergänzte der neue Ortschef, der ankündigte, „nicht Bürgermeister von Rum, sondern für Rum“ sein zu wollen. Zugleich bat er darum, ihm die Zeit zu geben, „ins Amt hineinzuwachsen“.

Er sei „nie Parteimitglied gewesen“, betonte Karbon auf TT-Nachfrage, „ich bin aber ein sozialer Mensch“.

„Von der Einstellung her sind wir eins“, meint auch SPÖ-Vorsitzende Hölbling auf die Frage, warum die Liste keinen eigenen Kandidaten stellte. „Wenn die Werte der Sozialdemokratie vertreten werden, passt das für mich.“ Karbon sei jener Kandidat gewesen, „der in unserer Fraktion einstimmige Unterstützung fand“. Der „gemeinsame Weg wird Zukunft haben“, deutete Hölbling eine – logische – Zusammenarbeit bei den Wahlen 2022 an. Sie verwies zudem darauf, „dass auch auf unserer Liste Parteimitglieder und Parteifreie“ zu finden sind. Altbürgermeister Kopp zeigte sich überzeugt, dass Karbon „der richtige Mann in der jetzigen Zeit“ ist.

VP-Kandidat Saurwein gratulierte ebenfalls und bat darum, „Gemeindepolitik vor Parteipolitik zu stellen“. Enttäuscht zeigte er sich, als die SPÖ noch in derselben Sitzung einen Antrag zu Neugestaltung eines Ortsteilzentrums Neu-Rum samt Ausschreibung einer externen Prozessbegleitung einbrachte. Schließlich hätten SPÖ und Karbon einen inhaltlich fast identen Antrag der VP kürzlich abgelehnt.

Die Rumer Grünen hoffen, dass kleine Listen künftig stärker gehört und Anträge, die seit Monaten „liegen“, behandelt werden. Ein grüner Antrag, wonach beide Kandidaten vor der Wahl kurz ihre Ideen vorstellen sollten, fand übrigens keine Mehrheit. (md)


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