Innenpolitik

Corona-Krise treibt Beschwerden beim Heer auf Rekordstand

Einrücken zum Corona-Präsenzdienst im Mai 2020: Die erste Teilmobilmachung des Bundesheeres förderte Schwachpunkte zu Tage.
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Teilmobilmachung der Miliz brachte Probleme zu Tage. Kommission fordert Lösung für Unterschiede bei der Besoldung.

Wien – „Besser du gehst zum Arzt, sonst wärst heute eh gefickt worden.“ Aussagen wie diese gehören zum Standard-Repertoire der parlamentarischen Bundesheerkommission. In diesem Fall machte sich ein Unteroffizier über den Versprecher eines Rekruten lustig. Im Vorjahr kam zu den üblichen Vorkommnissen die Corona-Krise samt erstmaliger Teilmobilmachung der Miliz dazu. Die Zahl der Beschwerden verdoppelte sich im Vergleich zu 2019 auf 580. Hauptgrund dafür waren Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen während des Corona-Einsatzes der Miliz.

Vor allem die großen Unterschiede bei der Besoldung regten die Soldaten auf. Ein Wachtmeister auf freiwilliger Waffenübung etwa bekam für die Zeit vom 4. Mai bis zum 31. Juli 2020 9508,80 Euro ausbezahlt. Ein Unteroffizier im gleichen Dienstgrad, der zum Einsatzpräsenzdienst verpflichtet wurde, musste sich aber mit 5207,30 Euro begnügen.

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