Zehn Tote bei Schusswaffenangriff in US-Supermarkt

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Erneut erschüttert ein schwerer Schusswaffenangriff die USA: Ein Schütze hat im Bundesstaat Colorado zehn Menschen in einem Supermarkt getötet. Die Attacke wurde am Montag (Ortszeit) in einem Einkaufskomplex mit mehreren Geschäften und Cafes in der Stadt Boulder nordwestlich von Denver verübt. US-Präsident Joe Biden hat erschüttert auf den schweren Schusswaffenangriff im Bundesstaat Colorado mit mehreren Toten reagiert und sich für schärfere Waffengesetze ausgesprochen.

Unter den Toten ist ein Polizist. Er sei einer der ersten Beamten am Tatort gewesen und erschossen worden, sagte die örtliche Polizeichefin Maris Herold. Ein 21 Jahre alter Verdächtiger wurde in Gewahrsam genommen. Gegen ihn wurde Mordanklage in zehn Fällen erhoben. Herold verlas bei einer Pressekonferenz sichtlich bewegt die Namen der Todesopfer. Sie waren zwischen 20 und 65 Jahre alt. Der getötete Beamte hinterlässt sieben Kinder im Alter von fünf bis 18 Jahren.

Es ist der zweite schwere Schusswaffenangriff mit mehreren Toten innerhalb einer Woche in den USA. Der Gewaltausbruch löste große Bestürzung aus. „Wir müssen handeln“, sagte Biden im Weißen Haus in Washington. Der Demokrat rief den Senat auf, zwei vom demokratisch dominierten Repräsentantenhaus bereits beschlossene Gesetzentwürfe zu verabschieden, mit denen Waffenkäufer und -besitzer strenger überprüft werden sollen. Er forderte auch kriegsartige Waffen wie Sturmgewehre zu verbieten.

Auch der frühere US-Präsident Barack Obama äußerte sich erschüttert und forderte schärfere Waffengesetze. Es sei lange überfällig, die Epidemie von Waffengewalt zu bekämpfen. Der „Widerstand feiger Politiker“ und der Druck der Waffenlobby müssten und könnten überwunden werden. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, beklagte: „Zum zweiten Mal in einer Woche ist unsere Nation mit der Epidemie der Waffengewalt konfrontiert.“ Es müsse endlich gehandelt werden, „um zu verhindern, dass diese Geißel unsere Gemeinden weiterhin verwüstet“.

Das Motiv für das Blutbad in Colorado war unklar. Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Michael Dougherty sagte, die Ermittlungen stünden ganz am Anfang. Nach bisherigen Erkenntnissen habe der Verdächtige den größten Teil seines Lebens in den USA gelebt. Konkreter wurde Dougherty nicht. Er betonte aber, man gehe davon aus, dass der Mann alleine gehandelt habe und keine weitere Gefahr für die Gemeinde bestehe.

In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen, die dort leicht zu kaufen sind. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2018 insgesamt 39.740 Schusswaffentote in den USA - also etwa 109 Tote pro Tag. Während der Pandemie und der Beschränkungen des sozialen Lebens waren blutige Schießereien etwas seltener geworden. Beobachter beklagten angesichts der jüngsten Attacken jedoch die Rückkehr zu einer düsteren „Normalität“ in den USA.

Erst am vergangenen Dienstag waren in drei Massage-Salons in und um Atlanta (Georgia) acht Menschen erschossen worden. Sechs von ihnen hatten einen asiatischen Hintergrund, sieben Opfer waren Frauen. Als Motiv nannte der weiße Tatverdächtige Sexsucht und das Ziel, die „Versuchung“ durch Massage-Salons ausmerzen zu wollen. Der Angriff fachte in den USA die Debatte über zunehmenden Hass gegen asiatischstämmige Amerikaner an.

Rufe nach schärferen Waffengesetzen gibt es nach jeder größeren Schuss-Attacke in den USA - jedoch ohne größeren Erfolg. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten erst kürzlich einen neuen Anlauf gestartet, um gesetzlich zu regeln, dass Waffenkäufer strenger kontrolliert werden. Bisher ist aber nicht in Sicht, dass es dafür im US-Senat die nötigen Mehrheit geben dürfte. Viele Republikaner stehen strengeren Waffengesetzen kritisch gegenüber.


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