Wenn der Einsatz keiner ist: Fehlalarme beschäftigen Kufsteiner Feuerwehr

Zwei Drittel der Brandalarmierungen bei Stadtfeuerwehren sind falsch.

45-mal mussten die Helfer der Stadtfeuerwehr Kufstein zur Brandbekämpfung ausrücken.
© Stadtfeuerwehr Kufstein

Kufstein – 170 Stunden im Einsatz – umsonst und doch notwendig. Die Täuschungs- oder Fehlalarme halten die freiwilligen Helfer der Feuerwehren auf Trab. Nicht anders in Kufstein im Jahr 2020. Zwei Drittel der 142 unter der Rubrik Brände aufgezählten Einsätze fallen unter diese Kategorie Täuschungsalarme durch Brandmeldeanlagen. „Aber wir müssen trotzdem hinfahren“, sagt Siegfried Brunner, der die Öffentlichkeitsarbeit für die Stadtfeuerwehren Kufstein betreut. Auch Kommandant Hans-Peter Wohlschlager meint lapidar: „Alarm ist Alarm, da kommen wir nicht aus.“

Die hohe Zahl an Fehlalarmen sei ein Spezifikum der Feuerwehren mit viel Industrie und Gewerbebetrieben im Einsatzgebiet, erklärt dazu der Kufsteiner Bezirksfeuerwehrkommandant Hannes Mayr. Das bestätigt auch der Wörgler FF-Kommandant Armin Ungericht. Auch seine Wehr verzeichnet an die zwei Drittel Fehlalarme im Bereich der Brandalarmierungen. Damit lagen die beiden Stadtfeuerwehren deutlich über dem Bezirksschnitt, den Mayr für 2020 unter 50 Prozent schätzt.

„Der Fehlalarm ist lästig, aber an und für sich nicht das große Problem. Während Arbeitgeber im Ernstfall nichts dagegen haben, wenn der Angestellte vom Arbeitsplatz wegspringt, ist es bei Fehlalarmen anders. Immerhin gehen da auch Arbeitsstunden verloren“, zeigt Brunner auf.

Ganz anders hat sich die Situation bei den Alarmierungen wegen Aufzugsdefekten entwickelt. Noch 2019 hatte Kommandant Wohlschlager an die 30 Einsätze wegen Alarmierungen in diesem Zusammenhang bekrittelt. Danach hob die Stadt Kufstein die Kosten für einen derartigen Einsatz auf 700 Euro an. Zusätzlich dürfte die Debatte darüber auch einige Änderungen bei der Alarmierungskette der Aufzugsverantwortlichen gebracht haben. Denn 2020 wurden die Kufsteiner Helfer nur noch zehnmal gerufen. Aber auch hier helfe man bei Gefährdung eines Menschen gerne, aber „es ist ärgerlich, wenn dann bei der Ankunft der Mannschaft der Aufzug leer ist. Entweder weil er wieder funktioniert hat oder jemand aus Scherz den Alarmknopf gedrückt hat“, sagt Brunner.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Abseits von den Fehlalarmen musste die Kufsteiner Feuerwehr 45 Brände löschen und bei 133 technischen Einsätzen helfen. 2020 stand aber auch im Zeichen des Neubaus des Gerätehauses. Stark gelitten hat aufgrund der Corona-Pandemie das Übungsgeschehen. Nur 35 Übungen waren möglich, die Jugendfeuerwehr traf sich 14-mal zu Schulungen. (TT, wo)


Kommentieren


Schlagworte